Evtl. Spielabsage bei Union vs. BFC nach Erstürmung einer Disko

XRICKX84
Zitat:
Original von blade76
Um es mit einem bekannten Lied zu beschreiben und zu hoffen: Die Stunde des Siegers kommt für jeden irgendwann......

Solidarität aus allen anderen Lagern ist da jawohl eine Ehrensache gegen diese Schnittlauchwillkür!!!

2006 ist Zahltag mit Zinsen!!!!


sehr geistreicher beitrag :vogel:

armes Deutschland
Lukas
Zitat:
BFC DYNAMO e. V.
Vorstandsbereich Marketing + Kommunikation

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Polizei räumt Lüge ein

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In der Nacht von Samstag, 21. August auf Sonntag, 22. August kam es zu einem
fragwürdigen Einsatz der Polizei gegen vermeintliche Hooligans. Einsatzort
der in Medien und Öffentlichkeit umstrittenen Aktion war die Diskothek
„Jeton“. Dort hatten sich - wie alljährlich – Fan-Mannschaften nach einen
absolut friedlich verlaufenen Fan-Turnier zur traditionellen „Players Party“
eingefunden.

Im Rahmen des brutalen Einsatz wurden fast 200 Personen mit fadenscheinigen
Begründungen festgenommen. Auf Schilderungen von Augenzeugen reagierte die
Polizei noch am Dienstag in den Morgen-Zeitungen mit unverhohlenen
Drohungen. Polizeisprecher Schodrowski erneuerte dabei Vorwürfe, es habe
erheblichen Widerstand gegeben. Gleichzeitig forderte er den
BFC-Fanbeauftragten auf, sich mit seinen Äusserungen zurückzuhalten. Dies
gelte – so Schodrowski – auch für Teile der Vereinsführung, die falsche
Aussagen verbreite.

In einer Pressekonferenz am Platz der Luftbrücke teilte Polizeipräsident
Glietsch nun am Dienstagnachmittag der versammelten Presse mit, daß die
Beamten entgegen ersten Polizeibehauptungen n i c h t auf massiven
Widerstand gestoßen seien.

Darüber hinaus wurde mitgeteilt, daß auf Grund von Vorwürfen wegen
Gewalttaten durch Einsatzkräfte erste Verfahren eingeleitet sind.

Der BFC Dynamo sieht der weiteren Entwicklung mit Gelassenheit entgegen und
wird sich in der Öffentlichkeit nicht zum taktischen Spielball von Polizei
und Medien machen lassen. Kernaufgabe unserer Vereinsarbeit sind soziales
Engagement und die Förderung von Sportangeboten in der Region. Dabei
distanziert sich der BFC Dynamo ausdrücklich von Gewalt suchenden
Straftätern.
Lukas
Zitat:

Polizei nach Hooligan-Razzia unter Druck

Polizeipräsident Dieter Glietsch korrigiert Darstellung des Einsatzes: Keine Angriffe auf Polizisten
von Michael Behrendt und Sebastian Schlichting

Berlins Polizeipräsident Dieter Glietsch hat gestern in der Öffentlichkeit die Darstellung des Polizeieinsatzes gegen die Hooligan-Szene am vergangenen Wochenende korrigieren müssen. Entgegen ersten Schilderungen habe es keinen Widerstand der Gäste in der Diskothek "Jeton" gegen die eindringenden Beamten gegeben. Wie berichtet, hatten in der Nacht zu Sonntag 100 Beamte des Spezialeinsatzkommandos (SEK) sowie Bereitschaftspolizisten das Lokal an der Frankfurter Allee (Friedrichshain) gestürmt, um gegen Hooligans des BFC Dynamo vorzugehen. Sie sollen sich dort zur Planung von Straftaten am kommenden Tag getroffen haben. Es werde von Amts wegen ermittelt, ob die SEK-Männer verhältnismäßig agiert haben, sagte Glietsch. Dies ergebe sich aus den Vorwürfen der Fußballfans.

Es habe bei der Übermittlung der Informationen Fehlinterpretationen und Mißverständnisse gegeben, sagte Glietsch. Gleichzeitig verteidigte er das Vorgehen seiner Einsatzkräfte. Es habe zur Folge gehabt, daß bei dem brisanten Ost-Derby zwischen den Vereinen BFC Dynamo und 1. FC Union am Sonntag keine Ausschreitungen aufgeflammt seien: Die Hooligan-Szene sei ihrer Führungsköpfe beraubt worden, denn diese hätten sich in den Gefangensammelstellen befunden. Insgesamt waren im "Jeton" etwa 580 Personen angetroffen worden. 158 wurden festgenommen. 22 werden als gewaltbereit (Kategorie B) eingestuft, 19 gelten als gewaltsuchend (C). 28 weitere sind in der Datei "Gewalttäter Sport" erfaßt.


Pikant: Ein Vertreter des SEK berichtete, seine Einheit und die SEK-Kollegen aus Brandenburg und Niedersachsen seien sehr kurzfristig alarmiert worden und hätten nicht ausreichend Zeit gehabt, Pläne des Lokals und seiner Umgebung zu prüfen. Man habe von einem kampfsporterfahrenen und gewaltbereiten Gegenüber ausgehen müssen, deshalb seien die Räume entsprechend konsequent "befriedet" worden. Einsatzleiter Michael Knape korrigierte die Zahl der Verletzten von fünf auf 21. Vorwürfe, wonach die Festgenommenen nicht zur Toilette durften, wurden empört zurückgewiesen. Dem anwesenden Betreiber des "Jeton", Ronny Berkahn, wurde empfohlen, seinen Schaden bei der Senats-Finanzverwaltung zur Regulierung anzumelden. Glietsch bestätigte einen Bericht dieser Zeitung, wonach die spezielle "Ermittlungsgruppe Hooligan" erst später zu dem Einsatz gerufen worden war, weil es Hinweise gab, nach denen einer der Polizeibeamten die gewaltbereiten Fans vor Razzien gewarnt haben soll. Mehrere BFC-Fans haben inzwischen Rechtsanwalt René Lau, den Bruder des BFC-Stürmers Hendryk Lau, kontaktiert. Konkret will sich der Anwalt dazu nicht äußern. Er bestätigte jedoch, daß es sich wohl um Anzeigen gegen Beamte wegen Körperverletzung im Amt und Beleidigung handeln werde.


Unterdessen hat die Grünen-Fraktion im Abgeordnetenhaus Innensenator Erhart Körting (SPD) aufgefordert, die Aktion zu überprüfen. Die Polizei habe beim Einsatz in der Disko "offensichtlich jegliches Gespür für die Verhältnismäßigkeit der Mittel vermissen lassen", sagte Volker Beck, Parlamentarischer Geschäftsführer der Grünen.
Lukas
kopfnuss
Zitat:
Ermittlungen nach Einsatz gegen Hooligans

Der massive Polizei-Einsatz gegen gewaltbereite Fußballfans in der Nacht zum Sonntag in Berlin-Friedrichshain zieht Ermittlungen nach sich.

Aufgrund von Vorwürfen in Medienberichten über Gewalttaten von Einsatzkräften seien erste Verfahren aufgenommen worden, sagte Polizeipräsident Dieter Glietsch am Dienstag in Berlin. Auch würden die Vorwürfe von Betroffenen und gegebenenfalls deren Anzeigen "kritisch und selbstkritisch" geprüft.

Bei der Erstürmung einer Diskothek vor dem Oberliga-Spiel zwischen Union Berlin und dem BFC Dynamo (8:0) waren 158 Personen vorübergehend festgenommen worden. Glietsch räumte ein, dass die Beamten entgegen ursprünglichen Darstellungen nicht auf massiven Widerstand gestoßen seien. Es wurden laut Polizei etwa 20 Menschen verletzt.

Aufgrund des schlagartigen Eindringens von SEK-Beamten sei eine Gegenwehr "im Keim erstickt" worden, sagte Glietsch. Die ursprünglichen Polizeiberichte über Würfe mit Flaschen und Einrichtungsgegenständen beruhten auf "Fehlinterpretationen und Missverständnissen". Insgesamt sei der Einsatz gerechtfertigt gewesen.

Glietschs Angaben zufolge gab es offenbar eine undichte Stelle bei der "Ermittlungsgruppe Hooligan" (EGH). Er sagte, es gebe Hinweise darauf, dass ein Beamter zu "enge Kontakte zu der Szene" gepflegt hat. Der Polizist werde nicht mehr in der EGH eingesetzt.

Zuvor hatte der Berliner Anwalt René Lau rechtliche Schritte angekündigt. Zahlreiche betroffene Fans des BFC wollten ihn mit der Wahrnehmung ihrer Interessen beauftragen, sagte er der "Berliner Zeitung" (Dienstag). Die Grünen-Fraktion im Abgeordnetenhaus forderte Innensenator Ehrhart Körting (SPD) zur Überprüfung der Aktion auf. Die Gewerkschaft der Polizei forderte eine Sondersitzung des Innenausschusses im Abgeordnetenhaus.

http://www.rbb-online.de/_/nachrichten/p...ews3017317.html


Zitat:
Glietsch in Bedrängnis: Hooligan-Einsatz hat Nachspiel im Parlament
Polizeipräsident rechtfertigt sich für hartes Vorgehen seiner Beamten
Andreas Kopietz und Lutz Schnedelbach

Noch am Montag hatte die Polizei ihren Einsatz gegen mutmaßliche Hooligans vom Sonntagmorgen gelobt. Doch inzwischen sieht sie sich schweren Vorwürfen ausgesetzt: Die hundert Beamten, die am Sonntagmorgen die Diskothek "Jeton" an der Frankfurter Allee in Friedrichshain gestürmt haben, sollen brutal und "völlig überzogen" vorgegangen sein. Mitarbeiter der Diskothek, zahlreiche Gäste und der BFC Dynamo bereiten inzwischen Klagen gegen die Polizei vor. Sie haben einen Anwalt eingeschaltet. Nach eigenen Angaben war die Polizei gegen Hooligans vorgegangen, weil diese am Tag des Lokal-Derbys BFC gegen Union Randale geplant hätten.

Der Polizeieinsatz wird jetzt auch Thema im parlamentarischen Innenausschuss. Die Grünen wollen wissen, was sich im "Jeton" wirklich ereignet hat. "Besonders im Hinblick auf die Weltmeisterschaft muss gerade die Ordnungsmacht verhältnismäßig vorgehen", sagte Fraktionschef Volker Ratzmann am Dienstag der Berliner Zeitung. Er will sowohl den Leiter des Polizeieinsatzes als auch den Fanbeauftragten des BFC im Ausschuss anhören.

Polizeipräsident Dieter Glietsch verteidigte am Dienstagnachmittag das Vorgehen seiner Beamten: "Der Einsatz war die Voraussetzung dafür war, dass es während des Fußballspiels nicht zu Auseinandersetzungen gekommen ist." Er sei zudem "sachgerecht" erfolgt. Gleichzeitig korrigierte er eine Meldung seiner Pressestelle, nach der die Beamten "massivsten Widerstandshandlungen" der Hooligans ausgesetzt gewesen seien. "Diese Darstellung wird dem tatsächlichen Einsatzverlauf nicht gerecht", sagte er und begründete sie mit einem Kommunikationsproblem innerhalb der Behörde. "Tatsache war, dass wegen des schlagartigen Eindringens des SEK Widerstand in massiver Form nicht geleistet wurde."

Etwa hundert vermummte Beamte mehrer- er SEK-Teams hatten gegen 1 Uhr das dreigeschossige Gebäude gestürmt und die Besucher überwältigt. Wer nicht sofort auf dem Boden lag, habe Hiebe mit Schlagstöcken erhalten, berichten zahlreiche Besucher. Auch Frauen seien geschlagen geworden. Polizisten hätten vereinzelt die Gesichter von Leuten, die auf dem Bauch lagen, mit ihren Stiefeln auf den Boden gedrückt. Nach etwa 20 Minuten waren die Gäste mit Kabelbindern gefesselt. Nach dem Polizeieinsatz war der Fußboden in der Diskothek "Jeton" voller Blut. Selbst erfahrene Beamte der Einsatzhundertschaft kamen ins Zweifeln über die, wie sie sagten, "unangemessene Härte" des Einsatzes. Nachdem die Behauptungen öffentlich wurden, habe die Polizeiführung von Amts wegen ein Ermittlungsverfahren gegen die beteiligten Beamten eingeleitet, sagte Glietsch.

Behauptungen, wonach gefesselte Gäste nicht auf Toilette gelassen wurden und stattdessen ihre Notdurft nur in Eimer verrichten durften, bezeichnete der SEK-Kommandoführer Bernd Kossin gestern als "Frechheit". Dagegen bleibt Jeton-Betreiber Ronny Berkahn bei dieser Darstellung: "Die Barkeeperinnen, die das mit ansehen mussten, lügen nicht, und die Eimer auch nicht." Auch sonst weisen sowohl Kossin als auch Einsatzleiter Michael Knape und der Polizeipräsident sämtliche Brutalitäts-Vorwürfe zurück: Das SEK habe von zwei Seiten aus schnell eindringen müssen, um Widerstandshandlungen im Keim zu ersticken. "Wenn da ein Zwei-Meter-Koloss steht und man ihn mit der Schulter touchiert, kann auch mal ein Tisch umfallen", sagt Kossin. "Und wenn jemand einen Barhocker hochnimmt, werden wir nicht warten, bis er damit zuschlägt. Wenn ein Kampfsportler mit einem Bierglas dasteht, schlagen wir ihm das Glas aus der Hand, bevor er es auf uns wirft." Zudem hätten auf dem Boden Glassplitter gelegen, daher die vielen Schnittverletzungen, sagt der SEK-Chef. "Bei dieser Klientel kann man nicht freundlich bitten, dass sie mal zur Seite geht." Was die Polizei am Sonntag im "Jeton" angetroffen hatte, sei der harte Kern der Hooliganszene gewesen. "Das waren die Anführer der schlimmsten Schläger beim BFC", sagte Knape. "Sie fehlten beim Spiel und deshalb blieb es auch friedlich."

Das alles scheint erst der Anfang zu sein. "Hooligans wollen die Fußball-WM 2006 für Auseinandersetzungen schwerster Art nutzen", sagt Kriminaloberrat Axel Bédé, der die Szene kennt. Dass die Polizei darauf vorbereitet ist, bezweifelt die Gewerkschaft der Polizei. "Die Stadt hat kein Einsatzkonzept, lediglich eine Urlaubssperre ist verhängt", sagte der GdP-Landeschef Eberhard Schönberg. "Es fehlt an Größenordnungen und Fahrzeugen."

http://www.berlinonline.de/berliner-zeit...lin/476725.html
Dr. Steif
http://www.paperball.de und einfach mal "jeton" eingeben
mazzo
http://www.berlinonline.de/berliner-zeit...lin/477052.html

"Es wurde massiv in die Grundrechte Unschuldiger eingegriffen"

Matthias Wolf und Andreas Kopietz

Nach der Razzia gegen Hooligans Sonnabendnacht sind bei der Polizei 21 Anzeigen gegen Beamte eingegangen. Bei dem Einsatz waren 158 Gäste der Diskothek Jeton an der Frankfurter Allee festgenommen worden. Mindestens 21 wurden verletzt. Nach einer ersten Prüfung zahlreicher Augenzeugenberichte kündigte der Rechtsanwalt der Betroffenen, René Lau, gestern an: "Wir werden wegen Körperverletzung im Amt, Freiheitsberaubung und Beleidigung gegen mehrere Polizeibeamte vorgehen."

Der Fanbeauftragte des Berliner Fußballclubs Dynamo, Rainer L.,
spricht von 80 Anzeigen. Für ihn ist es "ein erster Erfolg", dass die
Polizei eingeräumt hat, dass es bei der Razzia keinen Widerstand von Seiten der Fans gegeben habe. "Aber noch immer hat die Polizei nicht zugegeben, dass mit völlig überzogener Härte und Brutalität vorgegangen wurde."

Bereits am Montag beschäftigt sich der Innenausschuss des
Abgeordnetenhauses mit der Razzia. Rainer L. wird als Zeuge geladen sein, ebenso Anwalt Lau und Steve Winkler, ein Journalist, der im Jeton war. Winkler saß bis zum Abend im Polizeigewahrsam - wie zum Beispiel auch der 38-jährige Dirk Stutzke aus Prenzlauer Berg. Dieser ist krankgeschrieben, nachdem er drei Stunden mit auf den Rücken gefesselten Händen auf dem Bauch liegen musste. "Obwohl ich nie eine Straftat begangen habe, wurde ich erst gegen 19 Uhr aus der Gefangenensammelstelle entlassen." Bei dem Einsatz hatte die Polizei 158 Personen festgenommen. Davon werden 22 als "gewaltbereit" eingestuft, 19 als "gewaltsuchend". 28 sind in der
Kartei "Gewalttäter Sport" erfasst, einer ist bekannt für Gewalttaten aus der rechten Szene. Die anderen 88 saßen offenbar unschuldig ein. Sie erhielten nicht einmal eine schriftliche Begründung. Von einem "Polizeiskandal" spricht deshalb der Polizeirechtler und stellvertretende Bundesvorsitzende der Humanistischen Union, Fredrik Roggan: "Es wurde massiv in die Grundrechte Unschuldiger eingegriffen. Nach dem Gesetz hätte unverzüglich eine richterliche Entscheidung über die Freiheitsentziehung herbeigeführt werden müssen. Das geschah nur in fünf Fällen."

Unterdessen überraschte die Suspendierung eines Mitglieds der
polizeilichen "Ermittlungsgruppe Hooligan" auch die Hooligans selbst. Polizeipräsident Dieter Glietsch hatte die Suspendierung damit begründet, der Beamte habe Informationen an die Hooligans weitergegeben. Bei denen ist der Beamte, der zur Führung der "EG Hooligan" zählt, wegen seiner Strenge verhasst. Dennoch heißt es aus Polizeikreisen, er habe Kokain gegen Informationen getauscht.

Juristischer Ärger bahnt sich auch auf anderer Ebene an: Im Internet kursieren Informationen, wonach der Richter, der den
Durchsuchungsbeschluss für die Razzia unterschrieben hatte, sich von der Polizei getäuscht fühle, weil diese in ihrem Antrag übertrieben habe. Die stellte einen Zusammenhang zwischen der Fan-Feier im Jeton und den schweren Ausschreitungen von Hooligans bei der WM 1998 in Frankreich und 2004 in Slowenien her. Doch tatsächlich bleibt der Richter bei seinem Beschluss und erwägt nun rechtliche Schritte gegen die Urheber der Behauptung.

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http://www.berlinonline.de/berliner-zeit...ung/476929.html

Die Blutgrätsche der Polizei

KOMMENTAR VON JENS WEINREICH

Sie nennen sich "Freunde der 3. Halbzeit" oder die "Erlebnisorientierten". Sie wählen putzig anmutende Umschreibungen für einen perfiden Zeitvertreib, der darin besteht, am Rande von Fußballspielen andere Menschen brutalstmöglich zu
verletzen. Gegen derartig veranlagte Hooligans der höchsten Gefahrenkategorien C und B, die im Ausrichterland der Fußball-WM 2006 längst zu Staatsfeinden erklärt wurden, soll sich der Polizeieinsatz in der Nacht zum Sonntag in der Berliner Diskothek Jeton gerichtet haben. Dumm nur, dass sich unter den 158 zwischenzeitlich festgenommenen Personen und ein paar Dutzend Verletzten vergleichsweise wenige bekannte "Erlebnisorientierte" befanden. Die Mehrzahl der vom Sondereinsatzkommando Festgesetzten war in jener Nacht auf andere Erlebnisse aus. Es handelt sich um durchaus unbescholtene Bürger, die keiner der Hooligan-Kategorien zuzuordnen sind, und deren Vergehen darin bestand, sich zur falschen Zeit - vor dem brisanten Oberligaspiel zwischen dem 1. FC Union Berlin und dem BFC Dynamo - am falschen Ort - im einschlägig bekannten Jeton - aufgehalten zu haben. Allerdings, selbst im deutschen Strafgesetzbuch gilt derlei Fehlverhalten noch nicht als kapitales Verbrechen.

Es geht gar nicht darum, einen Einsatz gegen Hooligans zu
verurteilen, sondern um die alte, immer wieder aktuelle Frage, ob der Zweck die Mittel heiligt. Rechtfertigt die (unbewiesene) Behauptung, durch diesen gewaltsamen Einsatz der Polizei seien angeblich geplante Gewalttaten beim Oberligaspiel verhindert worden, den so genannten Kollateralschaden, also Verletzungen an Leib und Seele bei einigen Dutzenden Menschen? Rechtfertigt dies zahlreiche "vorbeugende" Blutgrätschen der Sicherheitskräfte? Wobei selbst Laien wissen, dass Blutgrätschen - im Fußball wie im richtigen Leben - mit Platzverweisen geahndet werden sollten.

Die Hoffnung der Polizei, den harten Kern der Branche, der sich erst vor drei Wochen beim Punktspiel zwischen dem BFC und dem SV Yesilyurt auch gegen Beamte ausgetobt hat, nun mächtig eingeschüchtert zu haben, könnte trügerisch sein. Bei der Weltmeisterschaft 1990 hatte die italienische Polizei auch geglaubt, mit gewaltiger Präsenz und enormer Schlagfertigkeit einschüchtern zu können. Man musste indes erkennen, dass die Hooligans dadurch nur gereizt worden sind. Wer sich in diesen Tagen in diversen Internet-Foren umschaut, erkennt ähnliche Tendenzen.

Es wäre allerdings verfehlt, sich nach diesem nächtlichen Einsatz an wohlfeilen Lage- und Taktikeinschätzungen zur WM 2006 zu versuchen. Das wäre allein im Interesse derjenigen, die diese Aktion verantworten müssen. Sie verlangen jetzt nur das, was sie immer verlangen: Mehr Geld, mehr Sicherheitskräfte, mehr
Handlungsspielraum - ohne ein überzeugendes Konzept präsentieren zu können. Das Vorgehen im Jeton, das sich einreiht in zahlreiche umstrittene Aktionen der vergangenen Monate, kann kaum als beispielhaft gelten. Oder muss man sich während der WM darauf einstellen, dass täglich an allen zwölf Spielorten vorbeugend Dutzende Diskotheken und Kneipen gestürmt werden? Dass also im Sommer 2006 täglich tausende unschuldiger Personen niedergeknüppelt, gefesselt, verletzt, entwürdigt und verhaftet werden sollen?

Es mag ja sein, dass dies eine verlockende Aussicht ist für manche
Hardliner im Bundesinnenministerium und in Polizeibehörden, die
glauben, dass Gewalt noch immer das beste Mittel gegen Gewaltbereitschaft sei. Wenn das so wäre, sollte man gegen derartige Wild-West-Methoden einschreiten, bevor die Cowboys noch größeren Schaden anrichten. Auf den Vorfall in Berlin bezogen, heißt das: Ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss muss tätig werden. Das schreibt sich so leicht, obwohl man doch weiß, dass ein Untersuchungsausschuss eher selten zur Aufklärung beiträgt. Egal, Behördenvertreter haben sich schon nach wenigen Tagen und nur zaghaft kritischer Medienberichterstattung in veritable Widersprüche verstrickt. Man darf es auch deutlicher ausdrücken: Sie haben gelogen. Ja, es war eine deftige Lüge, zu behaupten, es sei im Jeton zu "massiven Widerstandshandlungen" gekommen.

Die Staatsmacht soll ihre Bürger vor den Gewalttätern im Fan-Trikot schützen. Sie tut das aber nicht, indem sie die Bürger niederknüppelt. So wie die Polizei in der Diskothek Jeton aufgetreten ist, unterscheidet sie sich kaum von den Erlebnisorientierten. Das kann nicht das Modell für die WM 2006 sein.
Dr. Steif
Sondereinsatz-Kommando

Die Prügelknaben

Vor der WM greift die Berliner Polizei gegen Hooligans durch. Das Vorgehen ist dabei oftmals strittig - die Strafanzeigen gegen die Beamten häufen sich.

Die Sondereinsatz-Kommandos der Polizei operieren meist in kleinen Teams. Ihr Prinzip lautet: Überraschung, Geschwindigkeit, Zugriff. Jede Gegenwehr wird so von vornherein erstickt. Am Sonntagmorgen aber stürmten gleich 100 SEK-Beamte aus Berlin und anderen Bundesländern die Discothek Jeton im Osten der Hauptstadt, und was dann geschah, ist mild gesagt strittig. Unter den Gästen, die zu Boden geworfen und überwältigt wurden, gab es 21 Verletzte, 158 Personen wurden festgenommen.

Die Disco gilt als Treff der harten Hooligan-Szene des BFC Dynamo Berlin, des einstigen Stasi-Clubs. Das SEK – so die Sicht der Polizei – sorgte bei dem robusten Einsatz gegen eine gefährliche Klientel dafür, dass erst gar kein Widerstand aufkam. Wenn jemand einen Barhocker hochnehme, sagte Kommandoführer Bernd Kossin, werde man nicht warten, bis er zuschlage.

22 Beamte angezeigt

Berlins Grüne dagegen beklagen eine "Blutgrätsche gegen Fußballfans". Eberhard Schönberg, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Berlin, wundert dies sehr: "Von Fußballfans kann keine Rede sein. Die Hooligan-Szene besteht aus Neonazis, Kriminellen, Gewalttätern." Nach der Jeton-Razzia wurden 22 Beamte wegen Körperverletzung oder Freiheitsberaubung angezeigt.

Der Einsatz diente auch dem Ziel, die Hooligans im Vorfeld der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland zu warnen. Denn Vorsicht ist geboten. Die Szene besteht keineswegs nur aus betrunkenen Stadionschlägern, sondern ist eng verwoben mit der Schwerkriminalität.

Wie Irre

In den Clubs und Discotheken des Ostteils Berlins dominieren nach Angaben von Experten für organisierte Kriminalität Hooligans die Türsteherszene und damit oft die Einnahmen; im Westen ist das Türstehergeschäft in arabischer Hand. Gegen beide Gruppen, die zum Teil bewaffnet und äußerst gewalttätig auftreten, ist das SEK recht häufig im Einsatz. Streifenbeamte werden von den Tätern manchmal gar nicht mehr ernst genommen oder gar bedroht, wenn sie Zugang zu einer Discothek verlangen.

Im Vorfeld der WM scheint die Szene die Polizei gezielt herauszufordern. So griffen am 5. August fast 200 Gewalttäter aus dem Fan-Block des BFC Dynamo Berlin überfallartig Beamte einer Einsatzhundertschaft an, die das Oberligaspiel gegen den SV Yesilyurt bewachten. 13 Polizisten wurden verletzt, einige schwer. Aus einem internen Polizeibericht, der der Süddeutschen Zeitung vorliegt, spricht das Entsetzen: Die Angreifer "wirkten in ihrem Verhalten irre".

Fit für die WM

Die Übermacht provozierte eine kleine Gruppe von Polizisten und attackierte sie "mit Fußtritten und Faustschlägen", wobei "am Boden liegende" Beamte "gezielt" ins Gesicht und in den Hals getreten wurden. Erst mehrere herbeigerufene Kollegen konnten die Lage unter Kontrolle bringen. Ein "derart systematisches Vorgehen der Hoolszene" gegen die Polizei sei neu, heißt es in dem Bericht. Offenbar wollten sich die Täter geradezu "fit für die Weltmeisterschaft 2006 machen".

Typisch ist auch die Häufung von Strafanzeigen gegen Polizeibeamte, besonders gegen jene des SEK, die berufsbedingt mit der Tür ins Haus fallen. Schon in den vergangenen Jahren hatte es aus der Hooligan- und Türsteherszene Dutzende solcher Anzeigen gegeben – alle ergebnislos.

Joachim Käppner

(SZ vom 25.8.2005)

http://www.sueddeutsche.de/deutschland/artikel/317/59258/



Anzeigen von Nicht-Hools und Nicht-Türstehern waren sicherlich viel erfolgreicher.
Felix
würde mir das einer erzählen, würd ich ihm kein wort glauben, aber was ich hier gelesen habe... das ist wirklich unglaublich... aber wahr...

da bleibt einem nichts anderes übrig als

ich bin gespannt, wie es in diesem speziellen fall und allgemein weiter geht... so auf jedenfall nicht!

man kann gewaltprävention nicht durch gewalt erreichen... heisst es nicht gewalt erzeugt gegengewalt? also ist das nun ein teufelskreis oder was? so schaukeln sich doch beide parteien immer weiter hoch, und das sollte nicht der sinn sein (jedenfalls nicht von der staatlichen seite)
vorallem, wenn sie selber mehr "unschuldige" verletzen, als es die hools tun
chobolinse
Zitat:
Innenausschuß billigt Polizeieinsatz gegen Hooligans

Berlin - Der Innenausschuß des Berliner Abgeordnetenhauses hat gestern den umstrittenen Polizeieinsatz gegen Hooligan-Gruppen am 21. August in der Friedrichshainer Diskothek "Jeton" gebilligt. Innensenator Ehrhart Körting (SPD) und Polizeipräsident Dieter Glietsch bezeichneten den Einsatz als notwendig und rechtmäßig. In den vergangenen Tagen war massive Kritik am harten Vorgehen der Beamten laut geworden.


Quelle

Jetzt wurde der Einsatz also auch von juristischer Seite aus endgültig legitmiert. Dann steht in Zukunft ja weiteren Aktionen dieser Art nichts mehr im Weg....
Südländer
Zitat:
Original von chobolinse
Zitat:
Innenausschuß billigt Polizeieinsatz gegen Hooligans

Berlin - Der Innenausschuß des Berliner Abgeordnetenhauses hat gestern den umstrittenen Polizeieinsatz gegen Hooligan-Gruppen am 21. August in der Friedrichshainer Diskothek "Jeton" gebilligt. Innensenator Ehrhart Körting (SPD) und Polizeipräsident Dieter Glietsch bezeichneten den Einsatz als notwendig und rechtmäßig. In den vergangenen Tagen war massive Kritik am harten Vorgehen der Beamten laut geworden.


Quelle

Jetzt wurde der Einsatz also auch von juristischer Seite aus endgültig legitmiert. Dann steht in Zukunft ja weiteren Aktionen dieser Art nichts mehr im Weg....


Nein, hier gibt´s weder eine "juristische Seite" noch eine "endgültige" Legitimation. Aber richtig ist, dass schon sehr eindeutige Beweise für polizeiliches Fehlverhalten vorliegen müssen, bevor sich ein Innensenator von seinen "Untergebenen" distanziert. Abwarten, ob es zu Klagen kommt, welche Klientel da evtl. klagt und wie das dann ausgeht.
no!range
Es wurden unzählige Anzeigen quer durchs Strafgesetzbuch erstattet. Zudem interessieren sich u.a. Stern TV und die Süddeutsche für diesen Vorfall (und somit zwei SERIÖS recherchierende Medienvertreter). Es ist also kaum davon auszugehen, daß die Möglichkeit besteht, den SEK-Einsatz so ohne Weiteres unter den Teppich zu kehren.
no!range
kopfnuss
Dr. Steif
Kader Loth ?(

Nee, mal ohne Flachs. Was ist mit den Mädels hinten links? Lockeres Party-Volk bei so einer Aktion? Irgendwas scheint an dem etwas Foto faul zu sein. Scheint mir. Oder ist das eine Fototapete? Im Vergleich zu anderen "nachher" Fotos ist alles schon sehr aufgeräumt... Will aber bloss keine Verschwörungstheorie lostreten...

Good night!
Andree-UTB
is ja auch ein ganz anderes spiel...

union berlin - bfc dynamo DRESDEN :vogel:
kopfnuss
Knüppel und Hysterie

In Berlin und Hamburg zeigte die Polizei Gesicht

Von Martin Müller-Mertens

Es besteht wenig Zweifel: die freundlichen Jahre in der deutschen Innenpolitik sind vorbei. Waren es früher höchstens die ritualisierten Schaukämpfe zwischen Polizei und Demonstranten auf den längst jedes politischen Inhalts entlehrten „revolutionären“ Maidemonstrationen, so tritt inzwischen staatliche Gewalt und Einschüchterung offen zu Tage. Einsätze in Berlin und Hamburg haben dies in der vergangenen Woche erneut vor Augen geführt.

In Berlin drangen vermummte SEK-Beamte in der Nacht auf Sonntag vergangener Woche in die Diskothek Jeton ein, schlugen die Einrichtung kurz und klein, sowie die mehreren Hundert anwesenden Gäste wahllos zusammen. Als Grund gab die Behörde die Anwesenheit angeblicher gewaltsuchender Hooligans an, die sich auf ein Spiel des BFC Dynamo gegen den 1. FC Union – zwei noch aus DDR-Zeiten rivalisierende Clubs – vorbereitet hätten. Inzwischen liegen 77 Strafanzeigen gegen die Polizei vor, darunter gegen Berlins berüchtigten Polizeidirektor Michael Knape, der während der Mißhandlungen anwesend gewesen sein soll. Selbst der bürgerlichen Berliner Presse, die sonst jedes Vorgehen gegen wirkliche oder vermeintliche BFC-Anhänger begrüßt, war der Übergriff zu viel. Vom „Prügeltanz“, bei dem das Blut über den Kopf floß, schrieb etwa der „Kurier“. Der Innenausschuß des Abgeordnetenhauses befand den Einsatz am Montag nun für rechtmäßig und ließ in Gestalt von Fritz Felgentreu (SPD) und Frank Henkel (CDU) erklären, man solle aus einem normalen Polizeieinsatz kein Politikum machen. Von der mitregierenden Linkspartei war im Grunde gar nichts zu hören, nur die Grünen protestierten gegen die „germanische Streitaxt“, mit der die Polizei vorgegangen sei.

Nicht viel anders in Hamburg, wo die Behörden in der vergangenen Woche eine allgemeine Terrorismushysterie entfachten. Dabei war die ganze Angelegenheit recht mysteriös. Jemand wollte an einer Haltestelle aus dem privaten Gesprächfetzen dreier Männer auf hocharabisch Formulierungen wie „Morgen sind wir im Paradies“ herausgehört haben. Die hanseatische Polizei leitete darauf eine Großfahndung ein. Schließlich stellten sich die Männer, alle samt Tschetschenen, deren Muttersprache in der Regel nicht arabisch ist, der Polizei, die bei ihnen keine Anschlagsplanungen feststellen konnte.

Zwar haben beide Fälle nicht viel miteinander zu tun, sie sind jedoch Ausdruck der selben Stimmung. Und diese wird immer nervöser und angespannter. Das hat seine Ursachen in der sozialen Lage, dem zunehmenden politischen Nichtfunktionierens des Systems, der Terrorhysterie und den immer stärker zu beobachtenden Auflösungserscheinungen allenthalben.

Zweifellos gibt es da Zusammenhänge. Die Gesellschaft wird auf Angst und Furcht eingestellt, was noch immer die probatesten Mittel zum Machterhalt waren, wenn das Korrumpieren mittels des Lebensstandards absehbar nicht mehr funktionierte. Sündenböcke werden gesucht und gefunden. Am besten welche, die ohnehin nicht beliebt sind, da bieten sich sowohl Fußballfans mit entsprechendem Benehmen, wie auch Ausländer an, von denen keiner so genau weiß, woher sie stammen und was sie wollen.

Hinzu kommt eine frustrierte Polizei mit keinem besonderen Ansehen in der Öffentlichkeit, Überstunden und auch nicht sonderlich gut bezahlt. Die Berliner SEK-Beamten, so heißt es, seien erst kurz vor der nächtlichen Sonderschicht informiert worden und tobten sich schließlich an den vermeintlich Schuldigen aus. Das ist zwar keine große Intelligenzleistung, aber so läuft es nun mal.

Dazu kommen regelmäßige Kampagnen, die niemand mehr durchschauen kann. Polizeidirektor Knape liebt besonders den „Kampf gegen Rechts“ unter dessen Motto er auch schon einmal eine Wohngebietsgaststätte auseinandernehmen läßt. Ein paar Kameradschaftler lassen sich anschließend schon der Presse vorführen, wer sonst noch Knüppel schmeckte interessiert niemanden und die Tatsache, daß die ganze Kampagne letztlich nur der Legitimierung staatlicher Gewalt dient, sowieso nicht. Vor ein paar Tagen wurden in der Hauptstadt nun im großen Stil Wohnungen und Büros der Antifaszene durchsucht, wegen eines obskuren Aufrufes zum Abreißen von NPD-Wahlplakaten. Was, keine Frage, eine Sachbeschädigung ist und wer dazu mit Namen und Adresse aufruft, muß sich nicht wundern. Jedoch nutzte die Staatsmacht die Gelegenheit, um völlig überzogen zu reagieren, sich näher umzuschauen. Und, daß bei solchen Gelegenheiten immer etwas umfangreicher beschlagnahmt wird, als es der konkrete Fall hergibt, ist kein Geheimnis.

So macht der Staat sich abwehrbereit gegen seine sich auflösende Gesellschaft. Das haben jene, die es nun betreiben, übrigens immer angekündigt für den Fall, daß es nicht mehr anders geht. Um keinen Zweifel aufkommen zu lassen: ein Polizeistaat ist das noch nicht. Aber wir sind auf dem Weg dorthin.

(www.rbi-aktuell.de 31.08.)
Dr. Steif
Zitat:
Die Gesellschaft wird auf Angst und Furcht eingestellt, was noch immer die probatesten Mittel zum Machterhalt waren, wenn das Korrumpieren mittels des Lebensstandards absehbar nicht mehr funktionierte. Sündenböcke werden gesucht und gefunden. Am besten welche, die ohnehin nicht beliebt sind, da bieten sich sowohl Fußballfans mit entsprechendem Benehmen, wie auch Ausländer an, von denen keiner so genau weiß, woher sie stammen und was sie wollen.


Das kennen wir ja schon von der anderen Seite des Atlantiks. Und vor gar nicht so langer Zeit hat es sowas ja auch schon mal im Herzen Europas gegeben. Wobei ich damit nichts vergleichen möchte.
kopfnuss
Hornsby
Zitat:
Original von MrBucket
Ja ne is klar... Sind ja Rechte bei, dann ist es ja alles vielleicht nicht mehr angemessen, aber auf jeden Fall schon mal nicht mehr so schlimm... und Mitleid braucht man schon mal gar nicht zu haben. Heute die Rechten, morgen die Mittigen oder Brillenträger oder wen man sich als nächstes ausguckt. Schon interessant, wie hier einige ihre Vorstellung vom und ihre Kritik am Rechtstaat auslegen.... :effe:


1. Der Rechtsstaat ist überall durchzusetzen.
2. Rechtsstaatliche Prinzipien müssen für alle Menschen gelten.
3. Sonst macht sich der Rechtsstaat zum Unrechtsstaat.
4. Nazis, Faschos, Ex-Stasis und Immer-Noch-DDR-Zottel sollten wir dabei aber nicht auch noch protegieren.