Demo gegen Repression und für den Erhalt der Fankultur

CiderExpressCrew
Zitat:
Original von whitieh
wer, berühmt berüchtigtes, fährtn alles so?


Ich.
Dicht
Da wir bis heute abend eine ungefähre Teilnehmerzahl brauchen, wäre es schön, wenn potentielle Mitfahrer sich jetzt schleunigst melden würden.
Suffältester
Gemeinsame Demo der Fußballfanszenen Deutschlands
organisiert von einem Netzwerk für Fanrechte - unterstützt von Pro Fans

Es reicht!

Ø Tag für Tag neue Stadionverbote oder Aufnahmen in die „Datei Gewalttäter Sport“!
Ø Tag für Tag neue „Ideen“, aus dem Sport noch mehr Geld herauszupressen!
Ø Tag für Tag weniger Stehplätze in Deutschlands Stadien!
Ø Tag für Tag mehr Ordnungs- und Sicherheitskräfte, bei abnehmender Zahl von sogenannten Fußball-Delikten!
Ø Tag für Tag aberwitzige Begründungen für Repression und Willkür!
Ø Tag für Tag Presseberichte, die vor falschen Behauptungen, Unwissenheit und auch Lügen triefen!
Ø Tag für Tag steigende Preise rund um den Fußball, ob Eintrittskarten, Bier, Parkgebühren am Stadion oder die Bratwurst am Imbißstand.
Ø Tag für Tag neue Berichte über neue Anstoßzeiten am Samstag mittag oder Freitag abend. Am besten sogar noch Dienstag morgen um 9!
Ø Tag für Tag neue Bilder von prügelnden Polizisten!
Ø Tag für Tag neuer Missbrauch von schützenswerten Daten!

Deutschlands Fußballfans erheben sich!

Treffpunkt: Frankfurt/M., Rennbahn (Ecke Rennbahnstr./Schwarzwaldstr.)

Zeit: Mittwoch, 15.6.2005, 18:00 Uhr

Ablauf: 18:00 Uhr Treffpunkt
18:30 Abmarsch Richtung Hauptbahnhof

Hinweise: Keine Glasflaschen mitnehmen
Möglichst die Gruppenstruktur aufrecht halten
Farbe bekennen und in Vereins- oder Gruppenfarben kommen

! ! ! ES GEHT UNS ALLE AN ! ! !
! ! ! DESHALB KOMMT AUCH ALLE ! ! !
kopfnuss
Zitat:
Original von Frank/ES97
Gemeinsame Demo der Fußballfanszenen Deutschlands
organisiert von einem Netzwerk für Fanrechte - unterstützt von Pro Fans

Es reicht!

Ø Tag für Tag neue Stadionverbote oder Aufnahmen in die „Datei Gewalttäter Sport“!
Ø Tag für Tag neue „Ideen“, aus dem Sport noch mehr Geld herauszupressen!
Ø Tag für Tag weniger Stehplätze in Deutschlands Stadien!
Ø Tag für Tag mehr Ordnungs- und Sicherheitskräfte, bei abnehmender Zahl von sogenannten Fußball-Delikten!
Ø Tag für Tag aberwitzige Begründungen für Repression und Willkür!
Ø Tag für Tag Presseberichte, die vor falschen Behauptungen, Unwissenheit und auch Lügen triefen!
Ø Tag für Tag steigende Preise rund um den Fußball, ob Eintrittskarten, Bier, Parkgebühren am Stadion oder die Bratwurst am Imbißstand.
Ø Tag für Tag neue Berichte über neue Anstoßzeiten am Samstag mittag oder Freitag abend. Am besten sogar noch Dienstag morgen um 9!
Ø Tag für Tag neue Bilder von prügelnden Polizisten!
Ø Tag für Tag neuer Missbrauch von schützenswerten Daten!

Deutschlands Fußballfans erheben sich!

Treffpunkt: Frankfurt/M., Rennbahn (Ecke Rennbahnstr./Schwarzwaldstr.)

Zeit: Mittwoch, 15.6.2005, 18:00 Uhr

Ablauf: 18:00 Uhr Treffpunkt
18:30 Abmarsch Richtung Hauptbahnhof

Hinweise: Keine Glasflaschen mitnehmen
Möglichst die Gruppenstruktur aufrecht halten
Farbe bekennen und in Vereins- oder Gruppenfarben kommen

Aus aktuellem Anlass wollen wir noch einmal darauf hinweisen:
Kein Pyrotechnik oder Feuerwerkskörper
Keine Glasflaschen
Keine Waffen oder Messer
Keine ACAB-, politisch extreme, Hooligan- oder sonstige ähnliche Klamotten

Einhellige Meinung der Organisatoren über das Ziel der Demo ist: Zu zeigen, dass wir - auch wenn viele Fußballfans unterschiedlichster Vereine zusammen sind, geht es friedlich und gesittet ab. Obendrein wird die Presse und auch der DFB und die Polizei nur auf "Abweichlinge" warten, um hinterher mit dem Finger auf uns zu zeigen.


! ! ! ES GEHT UNS ALLE AN ! ! !
! ! ! DESHALB KOMMT AUCH ALLE ! ! !
Dome
ich hoffe es kommen viele bremer.
Südländer
Kleine Anmerkung: Wer möchte und dort angemeldet ist, kann die Kollegen bei NWU mit dem Artikel beglücken 8) . Dort wird er schon gesucht.






Sonntagszeitung Gesellschaft

Dampf im Kessel
Gegen Fußballfans greifen Polizei und Ordnungskräfte immer härter durch. Viele von ihnen fühlen sich regelrecht diskriminiert.

Von Christoph Twickel


Hamburg. Anwälte der linken Rechtshilfeorganisation "Rote Hilfe" und HSV-Fans: Es war eine außergewöhnliche Begegnung, die Anfang Juni im Fan-Haus des HSV, einem Backsteinhäuschen an der S-Bahnhaltestelle Holstenstraße, über die Bühne ging. Noch vor ein paar Jahren hätten sich Anhänger des HamburgerSportvereins nicht an einen Tisch gesetzt mit den Leuten aus der linksalternativen Szene, traditionell ein Tummelplatz der Fans des FCSt.Pauli, die bei den HSV-Anhängern nur "Zecken" gerufen werden. Aber die Zeiten zwingen zum Umdenken: Die Fans brauchen Beratung in Sachen Ordnungskräfte, und damit kennen sich die Linken bestens aus.

Eingeladen haben die "Chosen Few", die derzeit stärkste Ultra-Gruppierung der HSV-Fanszene. Ultras - ein Begriff aus der italienische Fankultur - nennen sich die Fans der neuen Generation: eingefleischte und gut organisierte Clubs, die ihren Verein überallhin begleiten und im Stadion vor allem durch telegene "Choreos" mit Blockfahnen und Transparenten auffallen. Zum Ärger von Polizei und Ordnungsdiensten allerdings auch durch das sporadische Abbrennen von Feuerwerkskörpern.

Jungs mit sauberem Kurzhaarschnitt, Mädels mit gekämmtem Blondhaar, die meisten tragen Markenklamotten von Fred Perry oder dem faneigenen Label "1887": Aufmerksam folgen zwei Dutzend von ihnen den Ausführungen der Anwälte zum neuen Hamburger Polizeigesetz. Statt der bisher üblichen Platzverweise für 24Stunden soll die Polizei zukünftig "Aufenthaltsverbote" für bis zu zwölf Monate aussprechen können. Und die auf längstens 48Stunden beschränkten Ingewahrsamnahmen dürften dann auf bis zu 14Tage ausgedehnt werden. Laut Hamburger CDU soll das neue Polizeigesetz das "schärfste" der Republik werden. Auch die umstrittene Elektro-Distanzwaffe "Taser", die den Getroffenen per Muskellähmung außer Gefecht setzt, soll in der Hansestadt künftig Verwendung finden. Eine Anwältin liest vor, wie sich die Hamburger Polizei den Umgang mit der neuen Waffe vorstellt: Zwar könne es "beim unkontrollierten Hinfallen des Getroffenen" in "unglücklichen Fällen auch zu schwerwiegenden Verletzungen" kommen. Man wolle jedoch "einüben, daß der Kollege des Schützen den Getroffenen möglichst auffängt oder dessen Aufprall mildert". Allgemeine Heiterkeit im HSV-Fanhaus. Und ein bißchen Entsetzen. Denn die Zielgruppe der Fußballfans ist im Gesetzestext im Hinblick auf die Weltmeisterschaft 2006 ausdrücklich benannt. "Da wird das dann wohl zum ersten Mal auf größerer Ebene erprobt werden", sagt eine Anwältin.

Die Fans haben den Eindruck, daß sie schon ein Jahr vor Beginn der WM Opfer einer allgemeinen Sicherheitshysterie werden, die nach den Ausschreitungen deutscher Hooligans beim Länderspiel in Slowenien am 26.März noch zugenommen hat. "Es geht darum, aktive Fans aus den Stadien zu drängen, um möglichst eine klinisch saubere WM zu bekommen", sagt Philipp Markhardt, 25, von den "Chosen Few". Und verweist auf Vorkommnisse zum Ende der abgelaufenen Saison, etwa beim Aufstiegsspiel der Eintracht Frankfurt: Nach einem Gerangel zwischen Fans und einem Ordner hatten zweihundert Polizisten in Kampfmontur den Eintracht-Fanblock gestürmt und Pfefferspray gesprüht. Erst nachdem Eintracht-Spieler die Polizei persönlich darum ersuchten, die Kurve zu verlassen, konnten Fans und Mannschaft den Aufstieg feiern. Später am Abend riegelte die Polizei mehrere Stunden lang Teile des Stadtviertels Sachsenhausen ab, stürmte Fankneipen und setzte Reizgas ein. Die übertriebener Polizeikritik gemeinhin unverdächtige "Bild"-Zeitung schrieb anderntags: "Liebe Polizei, das war gewaltig überzogen. Behandelt Fans nicht wie Feinde, dann seid ihr auch keine für sie."

Am nächsten Mittwoch, dem Eröffnungstag des Confederations Cup, wollen Fans aus ganz Deutschland in Frankfurt gegen "Polizeiwillkür, Hooliganhysterie und Repressionen" demonstrieren. "Es kann nicht sein, daß in Deutschland ein Klima der Angst geschaffen wird, daß ein Szenario skizziert wird, welches gar nicht existiert", heißt es im entsprechenden Aufruf. "Wir alle sind an einer friedlichen und stimmungsvollen WM interessiert, müssen aber feststellen, daß man uns ausschließen will, indem man uns in die kriminelle Ecke drängt."

Dabei gebe es eine klare Abgrenzung zur Hooligan-Szene, wie Philipp Markhardt sagt, der als Vertreter der deutschen Fanorganisation "ProFans" die Demonstration mitorganisiert hat. "Ich wüßte nicht, daß sich Ultras auf der grünen Wiese verabreden" - eine Anspielung auf Praktiken bei Hooligans. Deren Schlägereien sind heute meist abgesprochen und werden auf Autobahnparkplätzen oder abgelegenen Äckern ausgetragen. Kein Außenstehender kommt zu Schaden, die Polizei weiß meist von nichts. Dieter Mundt, der seit 13Jahren als "szenekundiger Beamter" die Fußballfans im Visier hat, kann bestätigen, daß Hooligan-Auseinandersetzungen kaum mehr, wie noch in den Neunzigern, im Stadionumfeld stattfinden: "In unserer Arena ist es in den letzten Jahren kaum zu gewalttätigen Aktionen gekommen, die von Hooligans ausgingen."

Dennoch könnte das Verhältnis zwischen Fans und Sicherheitskräften sowie DFB kaum angespannter sein. So ist es beispielsweise schon seit längerer Zeit üblich, auswärtige Fans per Wanderkessel zum jeweiligen Stadion zu eskortieren. Auf Schalke wartet gar ein Dutzend Gelenkbusse am Bahnhof, um die Gäste-Fans in einer Art Gefangenentransport zur Arena zu geleiten. Durch einen vergitterten Gang geht es direkt in den Gästeblock. "Bei Freunden zu Gast - fühl dich wie im Knast", lautet der Spruch auf einem unter Fans beliebten Anti-WM-T-Shirt. Aggressivem Fanverhalten begegnen die Ordnungshüter drakonisch: Wer pöbelt oder renitent wird, kommt in die deutsche "Datei Gewalttäter Sport" mit derzeit 6200 Einträgen. Diese wiederum ist Grundlage für die Erteilung von Stadionverboten durch den DFB - davon sind momentan rund 2370 Fans betroffen. Ob diese tatsächlich "sicherheitsbeeinträchtigend" aufgefallen sind, muß von keiner gerichtlichen Instanz festgestellt werden, da die Stadionverbote auf Basis des Hausrechts der Vereine ausgesprochen werden. Es reicht ein eingeleitetes Ermittlungsverfahren. Immerhin ist es Fanvertretern gelungen, für die Neufassung der Stadionverbots-Richtlinien ein Anhörungsrecht durchzusetzen.

"Ein Abgleiten in Gefahrenphantasien und -hysterie hilft uns nicht weiter", so der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Baden-Württembergs Innenminister Heribert Rech (CDU), Ende Mai bei der Präsentation des Nationalen Sicherheitskonzeptes für die WM2006. Dennoch scheint es, als hätte die zunehmend repressive Gangart gegenüber Fans einen unerwünschten Effekt gehabt. Von einer "Steigerung der Aggressivität von Angehörigen der Ultra-Gruppierungen" berichtet der jüngste Jahresbericht der Zentralen Informationsstelle Sporteinsätze ebenso wie von einer "Solidarisierung gegenüber Mitarbeitern der Ordnungsdienste und Einsatzkräften der Polizei". Der Sportsoziologe GunterA. Pilz, der zur Zeit im Auftrag des DFB ein Gutachten über die Ultra-Szene erstellt, hat vorsorglich schon mal das Schlagwort vom "Hooltra" in die Diskussion geworfen und gegenüber einer Zeitung erklärt: "Die Ultras bekennen sich auf ihren Internetseiten klar zur Gewalt. Man muß seinen Haß gegen Ultras anderer Vereine 24Stunden am Tag, sieben Tage die Woche leben."

Die Fandemonstration zum Auftakt des Confederations Cup - laut Innenministerkonferenz ein Testfeld für das WM-Sicherheitskonzept - stützt diese These nicht: "Getrennt bei den Farben, vereint in der Sache" lautet das Motto, an der Vorbereitung waren allein 48 unterschiedliche Ultra-Gruppierungen beteiligt. Von der "Ultra-Studie" des Fanexperten Pilz hält man bei den "Chosen Few" ohnehin nicht sehr viel, die HSV-Fans haben eine Beteiligung daran rundweg abgelehnt. Als die Bögen vor zwei Jahren bei ihnen eintrudelten, haben sich viele über die Oberflächlichkeit der Fragen gewundert. "Ich kann ankreuzen, daß mein Verhältnis zu den Sicherheitsorganen schlecht ist", schrieb Philipp Markhardt damals der wissenschaftlichen Assistentin von Pilz. "Wird nach einem Grund gefragt? Nein! Interpretation des Ganzen: Ultras sind gewalttätig und kriminell!"

Text: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 12.06.2005, Nr. 23 / Seite 60
Dr. Steif
Zitat:
Original von Südländer Laut Hamburger CDU soll das neue Polizeigesetz das "schärfste" der Republik werden. Auch die umstrittene Elektro-Distanzwaffe "Taser", die den Getroffenen per Muskellähmung außer Gefecht setzt, soll in der Hansestadt künftig Verwendung finden.


Zum diesem Thema: http://www.ndrtv.de/weltspiegel/20050605/usa.html
Schiffmeister
Respekt und Lob nach Hamburg, ein sehr guter Artikel.
mazzo
der Artikel, den südländer gepostet hat, war gestern in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Ausnahmnsweise muss man da nicht Hamburg Dank erweisen
CiderExpressCrew
Zitat:
Original von mazzo
der Artikel, den südländer gepostet hat, war gestern in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Ausnahmnsweise muss man da nicht Hamburg Dank erweisen


Hehe... wird aber trotzdem gern angenommen.
Schiffmeister
Zitat:
Original von mazzo
der Artikel, den südländer gepostet hat, war gestern in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.


Das weiß ich doch
Suffältester
Weltmeisterschaft 2006

Demonstration des Unmuts

Ein Jahr vor der WM ist die Stimmung bei den Fans mies. Gerade jene Fußballanhänger, die in den Kurven für Stimmung sorgen, sehen sich als Opfer eines wachsenden Sicherheitswahns.
Christoph Biermann


Mehr als tausend Demonstranten aus dem ganzen Land haben sich angemeldet, um auf das Drehbuch der kommenden zwölf Monate einzuwirken.

„Im Moment wird ein falscher Film gefahren“, sagt Henning Schwarz von den Ultras Frankfurt, die bei der Demonstration des Unmuts die Organisation am Ort übernommen haben.

Am Mittwoch um 18 Uhr, drei Stunden vor Beginn des ersten Spiels der deutschen Nationalmannschaft im Rahmen des Konföderationen-Pokals, werden Fußballfans von 40 deutschen Klubs ihrem Unmut Ausdruck geben.

Unter dem Motto „Getrennt in den Farben, vereint in der Sache“ wollen sie sich gegen das wehren, was Schwarz „die zunehmende Repression der Exekutive“ nennt.



Konflikt mit der Polizei
Ohne Zweifel ist ein Jahr vor Beginn der Weltmeisterschaft die Stimmung an der Basis so schlecht wie lange nicht.

Gerade jene Fußballanhänger, die fast alle Spiele ihrer Klubs besuchen und in den Kurven für Stimmung sorgen, sehen sich als Opfer eines wachsenden Sicherheitswahns wegen der WM 2006.

Dieser Eindruck entsteht in Folge einer Mischung aus martialischer staatlicher Rhetorik, undurchsichtigen Einträgen in die Datei „Gewalttäter Sport“ und scheinbar veränderter Polizeistrategie. „Es wird von der Polizei nicht mehr auf Deeskalation gesetzt“, behauptet Schwarz.

Gerade in den letzten Wochen der Saison häuften sich die Beschwerden über Polizeieinsätze, die aus dem Ruder gelaufen waren, ob in München, Mönchengladbach oder Schalke.


Das Vorgehen der Polizei bei der Aufstiegsfeier von Eintracht Frankfurt wurde sogar in Bild als „gewaltig überzogen“ kritisiert. In einer Umfrage der Zeitschrift Stadionwelt bei den größten Ultra-Gruppierungen deutscher Profiklubs kommt das Problem ebenfalls klar zum Ausdruck.

Während das Verhältnis zu den Ordnungsdiensten der eigenen aber auch fremden Klubs im Vergleich zum Vorjahr von Dreiviertel der Befragten als gleichbleibend oder verbessert bezeichnet wird, sind die Ergebnisse bei der Polizei erschreckend. Über 60 Prozent bezeichnen das Verhältnis als verschlechtert.



Schilys knallharte Linie
Zur veränderten Stimmung beigetragen haben auch die Einträge in die Datei „Gewalttäter Sport“, in der zur Zeit 6300 Namen gespeichert sind. Dort landet nicht nur, wer wegen eines Gewaltdelikts verurteilt wurde oder gegen wen ein Verfahren läuft.

Gefüttert wird die Datei von lokalen Polizeistellen auch dann, „wenn bestimmte Tatsachen die Annahme rechtfertigten, dass sich diese Personen zukünftig im Zusammenhang mit Sportveranstaltungen an Straftaten von erheblicher Bedeutung beteiligen werden“.

Der Betroffene dieser quasi prognostischen Verurteilung wird darüber noch nicht einmal benachrichtigt, dabei kann der Eintrag sogar Ausreiseverbote zur Folge haben.

Die Organisatoren der Frankfurter Demo klagen, dass es inzwischen schon reicht, in der Öffentlichkeit zu pinkeln, um als „Gewalttäter Sport“ geführt zu werden. Für auch „unter datenschutzrechtlichen Aspekten höchst problematisch“ hält die Datei Rolf Gössner, der Präsident der Internationalen Liga für Menschenrechte.

Er rät friedfertigen Fans, „sich mit den unterschiedlichen polizeilichen Möglichkeiten, in die sie kommen können, vertraut zu machen“. Es klingt wie ein Aberwitz, dass im Stadion eine Gefahr von der Polizei ausgehen soll.

Distanzwaffe „Taser“
Zum Entstehen dieses Eindrucks hat nicht zuletzt die Politik beigetragen. „Die Stadien werden die sichersten Orte in Deutschland sein“, hat Otto Schily dieser Tage angekündigt. Fußballanhängern gegenüber fährt der Bundesinnenminister längst eine knallharte Linie.

Auch sonst sehen sich die Fans mit verstärkten Sicherheitsmaßnahmen konfrontiert. In Hamburg etwa lud die Polizei örtliche Fans zur Informationsveranstaltung über das verschärfte Polizeigesetz, das nun auch den Einsatz der äußerst umstrittenen Distanzwaffe „Taser“ erlaubt.

Den staunenden Besuchern wurde geraten, einen eventuell damit getroffenen Fan aufzufangen, damit der durch „Taser“ kurzzeitig gelähmte sich beim Sturz keine schweren Verletzungen zuzieht. „Die Signale, die derzeit an Bürger und Gäste ausgesendet werden, halten wir für problematisch“, sagt Michael Gabriel, Mitarbeiter der Koordinationsstelle Fan-Projekte (KOS) in Frankfurt am Main. Sie würden eher die Angst schüren als ein Gefühl der Sicherheit hervorrufen.

Bei der Umfrage von Stadionwelt ergab sich auch, dass fast zwei Drittel der befragten Fan-Gruppierungen eine Zunahme der Gewaltbereitschaft sehen. Erklärt wurde diese jedoch mehrheitlich durch das, was als Repression bzw. Provokation durch Polizei und Ordner erfahren wird.

Der WM-Slogan „Die Welt zu Gast bei Freunden“ wird an der Basis nur noch höhnisch gesehen. „Die Welt zu Gast – fühl Dich wie im Knast“, heißt es auf einem T-Shirt, das sich längst reger Nachfrage erfreut.

Die Frankfurter Demo am Mittwoch hingegen scheint in guter Atmosphäre stattfinden zu können. „Die Polizei zeigt sich sehr kooperativ“, sagt Henning Schwarz, „und mit uns ist sie auch sehr zufrieden.“ Auch das gibt es noch.

(SZ vom 14.6.2005)
mazzo
Zitat:
In Hamburg etwa lud die Polizei örtliche Fans zur Informationsveranstaltung über das verschärfte Polizeigesetz, das nun auch den Einsatz der äußerst umstrittenen Distanzwaffe „Taser“ erlaubt.


das ist falsch dargestellt, die Einladung war von der "Roten Hilfe" und es ging um die Polizeimaßnahmen, zur Veranstaltung wurde also nicht von der Polizei eingeladen.
CiderExpressCrew
Zitat:
Original von mazzo
Zitat:
In Hamburg etwa lud die Polizei örtliche Fans zur Informationsveranstaltung über das verschärfte Polizeigesetz, das nun auch den Einsatz der äußerst umstrittenen Distanzwaffe „Taser“ erlaubt.


das ist falsch dargestellt, die Einladung war von der "Roten Hilfe" und es ging um die Polizeimaßnahmen, zur Veranstaltung wurde also nicht von der Polizei eingeladen.


Und die besucher wurden auch nicht aufgefordert, Getroffene aufzufangen. Obwohl: Vielleicht hat die Pozilei ja ihre beamten geladen. dann würde es halbwegs Sinn machen.
steffen
Das es auf´m Mittwoch gelegt werden muss, so ein Mist...
"Kann mal einer an die Kinder denken, denkt doch mal einmal an die Kinder"
Weiß jemand bescheid ob irgendwelche Berichte von der Demo im Fernsehen ausgestrahlt werden soll...?
Am liebsten hätt ich ne LIVE-Übertragung.
Ne mal ernst, hat jemand was gehört?
Hinni
Zitat:
Original von Steffen/ES97
Das es auf´m Mittwoch gelegt werden muss, so ein Mist...
"Kann mal einer an die Kinder denken, denkt doch mal einmal an die Kinder"
Weiß jemand bescheid ob irgendwelche Berichte von der Demo im Fernsehen ausgestrahlt werden soll...?
Am liebsten hätt ich ne LIVE-Übertragung.
Ne mal ernst, hat jemand was gehört?


genau ich wollte da auch hin!!! aba nein mudda meint dann bist du zu spät wirder da!!! und n live übertragung hätte ich auch gern gesehn!!! vielleicht kommt ja was inna halbzeit oda am ende des spiels
Janfred
auf dem zdf lief grad ein kurzer bericht über die demo in den nachrichten.

Schili hat dadrin angekündigt, sich mit den Fangruppierungen zu einem gespräch zu treffen.
Bremer-Jung
Zitat:
Original von Janfred
auf dem zdf lief grad ein kurzer bericht über die demo in den nachrichten.

Schili hat dadrin angekündigt, sich mit den Fangruppierungen zu einem gespräch zu treffen.


hoffen wir mal das um 23:30 auf Ard in den tagesthemen auch noch was kommt oder sat1 um 00:15 Uhr ....

Habe grade mit Mäcker telefoniert ,laut seinen Angaben verlief die komplette Demo gut und vor allem (gott sei dank) friedlich ab!
Südländer
Zitat:
Original von Janfred
auf dem zdf lief grad ein kurzer bericht über die demo in den nachrichten.

Schili hat dadrin angekündigt, sich mit den Fangruppierungen zu einem gespräch zu treffen.


Wenn es das heute-journal war, müsste es morgen als Video in der ZDF-Mediathek verfügbar sein.
JmcTriaden
http://www.zdf.de/ZDFmediathek/inhalt/23...22775-0,00.html
Ist ein vorbericht aber einer von ultras frankfurt kommt zu wort