Allofs bestätigt: Owomoyela kommt
Nationalspieler erhält einen Vier-Jahres-Vertrag in Bremen / Klasnic kennt ihn schon - und wie
Von Carsten Sander
BREMEN · Weil die Katze schon aus dem Sack war, konnte auch Klaus Allofs nicht mehr anders: "Ja, wir sind uns mit dem Spieler einig", bestätigte der Werder-Sportdirektor gestern Mittag, was unsere Zeitung schon am Morgen gemeldet hatte: Patrick Owomoyela wechselt am Saisonende von Arminia Bielefeld nach Bremen und erhält beim Meister einen Vertrag bis 2009. Einzig die Ablösemodalitäten seien noch nicht ausgehandelt, erklärte Allofs: "Wir sind mit der Arminia im Gespräch. Ich denke, dass wir in den nächsten Tagen zur Lösung kommen werden."
2,5 Millionen Euro fordert die Arminia dem Vernehmen nach für ihren noch bis 2006 vertraglich gebundenen Shootingstar. Was für einen Spieler mit erst 25 Erstligaspielen etwas hoch erscheint. Aber Owomoyela ist eben Nationalspieler - das kostet. Und wenn man dann noch die vermutlichen Jahresgehälter dazu addiert, dann kommt eine erkleckliche Summe zusammen. Bei einem geschätzten Verdienst von 1,7 Millionen Euro pro Jahr wären das 9,3 Millionen Euro.
Eine Menge Holz. Zuviel sogar für die Bremer Mitbewerber aus Hamburg und Berlin. So hatte HSV-Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer bereits verlauten lassen, dass Owomoyela ihnen das Geld nicht wert sei (oder der Club es nicht hatte?). Auch Dieter Hoeneß, Manager von Hertha BSC, winkte ab - freilich nachdem Owomoyela Werder die Zusage gegeben hatte: "Wir waren von Anfang an nicht bereit, eine Ablösesumme über 2,5 Millionen Euro zu bezahlen. Das gesamte Paket war zu teuer."
Offensichtlich nicht für Werder. Nach den drei Millionen Euro, die für die Verpflichtung von Mohamed Zidan fällig wurden, ist nun der nächste Batzen fest verplant. Aber auch gut angelegt, behauptet Trainer Thomas Schaaf: "Owomoyela wird bei uns und in der Nationalmannschaft in Zukunft eine große Rolle spielen."
Dass Werder sich mit dem 25-jährigen Nationalverteidiger nicht vergriffen hat, davon ist auch Tim Borowski überzeugt. "Er ist nicht nur sportlich eine Verstärkung, sondern passt auch charakterlich gut zu uns. Er ist sehr offen, sehr freundlich - einfach ein Super-Typ", sagt "Boro" über seinen Nationalmannschaftskollegen, der in Bremen einen alten Bekannten wieder treffen wird: Mit Ivan Klasnic kickte Owomoyela in früher Jugend gemeinsam beim Hamburger Verein TSV Stellingen. "Aber damals", erinnert sich Klasnic, "hat er meistens auf der Bank gesessen, weil er keine Lust hatte auf Fußball". Basketball stand höher im Kurs. Doch das hat sich mittlerweile grundlegend geändert . . .
[18.03.2005]
Kreiszeitung