Moin Moin,
ich war ne Woche in Urlaub, daher erst jetzt eine Rückmeldung.
Zum Bericht von Bogena, der auch nur die Infos hatte, die hier im Forum stehen. Beeindruckend was man da alles auslesen kann:
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Bremer Anzeiger 16.03.2005
Hoffen, dass die Technik funktioniert
Internationale Unterstützung: Mohamed zittert mitten im Irak für Grün-Weiß
Bakuba. Ein 32-jähriger Iraker liebt Werder Bremen seit 22 Jahren ohne je ein Spiel live gesehen zu haben.
Wenn Mohamed jeden Sonnabendmorgen den staubigen Weg von seinem Haus zur Arbeit geht, plagen ihn Sorgen. Mohamed lebt im irakischen Bakuba, rund 60 Kilometer nord-östlich von Bagdad und eigentlich müsste er auf seinem Marsch im vom Bürgerkrieg ausgezehrten arabischen Land nichts anderes als den Tod fürchten. |
achja? Woher weiss er das? Vielleicht ist die Gefahr eines Attentats oder militärischen Übergriffs nur relativ wenn man lange genug unter solchen Umständen lebt. Direkt geäussert hat Mohamed das nie.
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Doch Mohamed plagen noch andere Sorgen. Der 32-Jährige macht sich Gedanken, wie Werder Bremen in einigen Stunden spielen wird; er ist seit 22 Jahren einer von Werders treuesten Anhängern. Weit entfernt von Bremen, aber dennoch immer nah dran.
Seine Tätigkeit als Dozent für Internet und EDV in Internet-Cafes nutzt Mohamed, um sich mit Spielen sowie Neuigkeiten über den Double-Gewinner zu versorgen. Er installiert Satelliten-Anlagen, besucht Online-Fan-Foren und überbrückt die Distanz ins etwa 3.000 Kilometer entfernte Deutschland mit E-Mails. So kann der Iraker mittlerweile die ARD Sportschau empfangen und freut sich jedes Wochenende auf das Werder-Match mit deutschem Kommentar. Er lernt in den Übertragungen Wörter wie gegen und Rückrunde; wichtige Begriffe, sagt er, wenn er jemals in Deutschland ein Werder-Spiel live verfolgen wird. Aber dieses jemals ist weit weg Mohamed hat kein Geld für eine solche Reise. Mein Traum ist es, einmal an der Weser zu sein und ein Werder-Spiel zu sehen, hofft er.
Auch aus diesem Grund sucht er seit einigen Monaten Internet-Kontakt zu Werder-Fan-Clubs. |
Natürlich wäre es sein Traum Werder mal live zu sehen. Daraus aber abzuleiten, Mohamed würde
deswegen im Internet Kontakt zu Fans suchen ist eine Unterstellung von Bettelei oder berechnender Schleimerei.
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In passablem Englisch verständigt er sich mehrmals wöchentlich mit einigen Bremer Anhängern. |
Sorry wenn ich mich da aufdränge: Aber bis zu dem Post hier im Forum war es genau
ein Bremer Anhänger. Nämlich ich. Wenn da jetzt mehr draus wird, ist das ne feine Sache für Mohamed und die Beteligten, aber das war nicht der Fall als der Artikel geschrieben wurde.
Nur ein Detail aber es sammelt sich...
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| Immer unter dem Vorbehalt, dass die Technik funktioniert. Denn wenn elektrische Generatoren in Bakuba ausfallen, bricht der Kontakt in den Westen ab einige Werder-Fans fürchten dann das Schlimmste. |
bisher war das auch nur einer... Und die Befürchtung hatte ich genau einmal. Vor der nun zitierten mail:
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Auch sonst lauern Verständigungsprobleme. Im November schockte eine E-Mail von Mohamed, bestehend aus nur drei Worten, die Bremer Anhänger. I feel sad, schrieb der Iraker. Schuld an seiner Trauer war aber nicht der Bürgerkrieg, sondern das Team von Thomas Schaaf. Werder hatte 2:1 in Bielefeld verloren.
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Wen schockte die mail? Mich hat sie amüsiert. Andere haben sie nicht gelesen. Den einen Satz daraus hab ich dann hier ins Forum gepostet.
Ein Verständigungsproblem bestand auch nicht, ich hab nur bei dem ersten Satz gedacht, es könne etwas passiert sein. Im nächsten Satz kam ja schon die Erklärung, dass das wegen der Niederlage sei.
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Mohameds Leidenschaft zum SVW entstand 1983, damals zeigte das irakische Fernsehen Spiele der Bundesliga. Werders Vereinspolitik hatte es ihm angetan. Das Erfolgsrezept des Klubs, Kicker günstig zu kaufen, dann aber mit Profit zu veräußern, begeisterte den Aaraber. |
Das zwar auch, aber eigentlich eher die Loyalität der Nicht-verkauften zum Verein. Wer den Text dazu gelesen hat weiss das.
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| Die Diktatur von Saddam Hussein verbot diesen Kanal in den folgenden Jahren Mohamed wich auf einen polnischen Sender aus. Wenn diese Möglichkeit einmal scheiterte, half als Ergebnis-Dienst nur ein Radio, das westliche Hörfunk-Wellen aufschnappte. Auch nach Kriegsende haben die Übertragungen aus Deutschland ihre Tücken. Als im Herbst letzten Jahres die TV-Technik versagte, half sich Mohamed, der unter www.geocities.com/mo7am7 mittlerweile eine eigene Homepage betreibt,auf unkonventionelle Art. Den 2:1-Werder-Sieg beim VfB Stuttgart verfolgte er über den ZDF-Videotext. Seine Laune trübte der Bildermangel keineswegs. Ein tolles Spiel, befand er. |
woher das letzte Zitat kommt ist mir schleierhaft. Meines Wissens gab es kein Email-Interview von KNB mit Mohamed. KNB hat natürlich per Email bei Mohamed angefragt, ob er darüber berichten darf. Die Zustimmung hat er erhalten, aber keine Infos, die über den Text hier im Forum hinausgingen.
Es hätte -wie immer- noch viel schlimmer kommen können. Aber gelungen finde ich den Artikel nicht. Zum einen macht er zu sehr auf Mitleid mit dem armen Kerl, dem die Bomben nur so um die Ohren fliegen. Das will Mohamed nicht und das wäre im sicherlich etwas peinlich. Zum anderen hat der Artikel Fehler und macht Aussagen, die so nicht stimmen oder einfach hineininterpretiert werden.
Nichts wirklich wildes, aber zufrieden bin ich damit nicht. KNB hat mit mir vor dem Artikel telefoniert (er erwähnte die Möglichkeit einen Artikel zu schreiben und ich betonte, dass es wenn überhaupt sehr angemessen passieren sollte damit weder Mitleidstouren noch ein Marketinggag draus wird) und wenn das dabei rauskommt, hab ich das wohl nicht richtig vermittelt...
Zu einer Einladung: Wenn der Verein nichts macht (was auch verständlich wäre) könnte man das theoretisch privat organisieren. Nur:
1) Mohamed zu fragen, ob er das so will, ist schwierig. Wie reagiert man da ohne als Bettler dazustehen oder andere zu brüskieren?
2) Keine Ahnung was das kosten würde und welche Visa und sonstige Regelungen da in Betracht gezogen werden müssten. Das kann unter Umständen zu viel Oragnisation sein, als dass es von zwei, drei Freiwilligen nebenbei bewältigt werden kann.
3) Erstmal geht es Mohamed um den Kontakt zu Werderfans. Alles weitere kann sich ergeben und läuft nicht weg.
Mir persönlich wäre es lieb, wenn sich eine gewisse Normalität im Kontakt etabliert. Natürlich lebt Mohamed in für uns radikal anderen Umständen und sein Geschichte zu Werder ist auf jeden Fall sehr spektakulär und evtl. noch für den ein oder anderen Presseartikel gut. Aber Mitleid oder ein besonderes Hervorheben seiner Person wäre meiner Meinung nach übertrieben bzw. fehl am Platze.
Und nochwas: Mohamed hat jetzt allerlei mails erhalten. Nicht wundern wenn die Antworten darauf Zeit brauchen, einfach am Ball bleiben und -wenn man mag- immer mal wieder schreiben.