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Werder im grünen Bereich

"In Bremen lässt sich leben", tönte es aus den Lautsprechern der Arena. Ein Karnevalssong und Schunkellied als Stimmungsmacher in der Fastenzeit. Vier Tore und ein souveräner Sieg gegen Bochum. Werder in nationaler Form, der Betriebsunfall auf internationalem Parkett gegen Lyon sofort eindrucksvoll repariert.
Grün-weiße Jubel-Traube: Werder Bremen hat sich nach dem 4:0 gegen Bochum im Titelrennen zurückgemeldet.
Mit bibbernden Beinen wegen der feucht-kalten Temperaturen eilte Fabian Ernst nach getaner Arbeit rasch in die Kabine und fasste eher ernüchternd das Geschehene zusammen. Natürlich sei es schön für die Fans, so begann der Nationalspieler, erneut der Primus unter den Schaaf-Schülern, dass sie vier Treffer erlebt hätten. "Doch Bochum war heute für uns nicht der Maßstab."

Es ist dieser realistische Blick, der Ernst auszeichnet und auch die meisten Mitstreiter im grünen Trikot. So wie sie die 0:3-Demütigung gegen die Franzosen schnell abgehakt hatten, so werteten sie diesen Kantersieg gegen den Abstiegskandidaten aus dem Westfalenland. Es sind diese Unaufgeregtheiten, die Werder auszeichnen.


Rehabilitation? "Ich weiß nicht", sagt Ernst, der seine Abschiedstournee vor seinem Weggang nach Schalke immer besser inszeniert, "ob wir uns überhaupt rehabilitieren mussten." Auch in der Cham- pions League hätten sie alles probiert, leider nur nicht reüssiert. Mangelnde Effizienz und Entschlossenheit vor dem Tor, ansonsten Werders Stärke, hatte Thomas Schaaf, der am letzten Mitt- woch gestrenge und kritische Coach, vermisst gegen den französischen Meister. Schaaf am Samstag erleichtert und zufrieden zugleich: "Wir haben gezeigt, dass wir Tore schießen können."

Understatement des Betreuers des besten Sturms der Liga. Ismael mit seinem vierten Saisontreffer zum Jubiläum des 50. Saisontores, noch drei Zugaben - 53 Tore, so oft hat keine Mannschaft eingenetzt. Dass ein wenig Glück dabei gewesen sei, durch Ismael so kurz vor der Pause zu treffen, gab Keeper Andreas Reinke zu: "Doch wir haben immer Power gemacht und irgendwann klappt es."

Thomas Schaaf sprach von einem "Geduldspiel", Klaus Allofs auch. Der Sportdirektor erinnerte an die Historie. Gegen Bochum hätten sie zwar meist gewonnen, "doch es waren einige schlimme Spiele dabei". Über das Wie von gestern wollte Allofs nicht mehr reden. Über das Wie von Heute durften die Bremer gerne sprechen. Mit dem fünften Sieg in Folge gehen sie beruhigt ins Duell bei den Bayern. Zumal sie eins der Ziele erreicht haben, was Keeper Reinke erwähnte: "Wichtig, dass wir nach Lyon gleich wieder gewonnen haben. Wichtig für das Selbstvertrauen."