Werder4-ever
Weser-Kurier 26.01.2005
"Selten so beschissen worden"
Manipulierte Robert Hoyzer auch ein Spiel der Werder Amateure
BREMEN. Aus heutiger Sicht könnte man durchaus behaupten, dass er etwas geahnt hat. "Wir sind selten so beschissen worden", meinte Thomas Wolter nach der 0:1-Niederlage der Werder Amateure beim Wuppertaler SV am 30. Juni des vergangenen Jahres - jetzt zählt das Spiel zu den sechs Partien, die der DFB-Kontrollausschuss im Zusammenhang mit den Manipulationsvorwürfen gegen den ehemaligen DFB-Schiedsrichter Robert Hoyzer untersucht.
Anscheinend sind also auch die Bremer betroffen von den vermeintlichen Betrugsversuchen des 25-jährigen Unparteiischen. In Wuppertal überraschte der Berliner jedenfalls mit einer recht merkwürdigen Leistung. Sie gipfelte in einer Szene in der 38. Minute: Ein Stürmer des WSV wurde von Florian Heidenreich mittels einer Grätsche vom Ball getrennt. Ein faires Tackling im Strafraum, es hätte einen Eckstoß geben müssen. Hoyzer aber entschied auf Strafstoß. "Ich kann es ja immer noch nicht beweisen, aber zumindest glaube ich, dass ich damals einigermaßen richtig gelegen habe", kommentiert Wolter nun.
Damals in Wuppertal hätten jedenfalls selbst die Gegner über die Elfmeterentscheidung gelacht. War ja irgendwie auch ein Witz, dieser Strafstoß. Allerdings wusste eben noch niemand, dass hinter dem fragwürdigen Pfiff viel mehr stecken könnte als eine Fehlentscheidung. Deshalb störte sich der Trainer auch viel mehr an der Art des Unparteiischen, der reagierte nämlich reichlich arrogant auf die Kritik von der Linie. Wolter: "Seinen Umgang mit uns habe ich als noch viel schlimmer empfunden als seine Entscheidungen."
Gleichwohl machte er sich bereits zu diesem Zeitpunkt Sorgen um die Folgen des Fehlpfiffs für seine jungen Spieler: "So viel kann man mit den Jungs gar nicht arbeiten, dass sie so etwas wegstecken." Wie groß mögen da erst die Nachwirkungen nach dem aktuellen Skandal sein? "Es ist wichtig, dass die Schiedsrichter grundsätzlich nicht mehr wetten dürfen", findet Thomas Wolter. Eine nachhaltige Störung im Verhältnis zwischen Unparteiischen und Vereinen befürchtet er dagegen nicht: "Bei den vielen Profis gibt es auch mal schwarze Schafe, genauso wie bei den Unparteiischen." Deshalb müsse man sich von Gedanken an Schiebung frei machen, wenn es zukünftig mal wieder zu strittigen Entscheidungen kommt. Wolters Appell: "Wir sollten vernünftig miteinander umgehen und die Schiedsrichter ebenso wenig wie die Profis verteufeln, nur weil einer aus der Reihe tanzt."
Kreiszeitung 26.01.2005
"Ich habe mich richtig betrogen gefühlt"
Auch die Werder-Amateure offenbar ein Opfer von Skandal-Schiri Hoyzer / In Wuppertal betrogen?
BREMEN. Noch ist nicht zu überblicken, wie groß der Skandal um Betrugs-Schiedsrichter Robert Hoyzer wirklich ist. Fest steht aber, dass auch Werder Bremen sein Kapitel in der Geschichte hat. Genauer: Die Werder-Amateure. Am 30. Mai 2004 hatte Hoyzer die Regionalliga-Partie in Wuppertal geleitet. Bremen verlor durch einen Elfmeter mit 0:1, und Trainer Thomas Wolter (Bild) fühlte sich nach der Partie "zum ersten Mal so richtig betrogen".
Sportlich ging es in der Begegnung praktisch um nichts mehr. Für Hoyzer mag dagegen viel auf dem Spiel gestanden haben. So habe der 25-Jährige zumindest gepfiffen. Wolter: "Ich kann mich noch total gut erinnern. Das war ein typisches 0:0-Spiel. Aber es gab viele fragwürdige Entscheidungen." Unter anderem den Elfmeter in der 38. Minute, der Wuppertal letztlich den knappen Sieg brachte.
Der vermeintliche Übeltäter war damals Florian Heidenreich. Und auch er weiß noch zu gut, dass er beim Pfiff von Hoyzer erstmal perplex war: "Oliver Ebersbach hatte sich den Ball an mir vorbei gelegt. Ich habe einen Ausfallschritt gemacht, nicht mal gegrätscht und den Ball mit der Pike zum Einwurf ins Aus befördert." Klarer Fall von fair geklärt - aber nicht für Hoyzer. Der Berliner pfiff Elfmeter, und Wolter war entsetzt: "Selbst die Wuppertaler haben darüber geschmunzelt."
Die (absichtliche?) Fehlentscheidung sei aber nicht das Schlimmste gewesen. "Viel mehr hat mich sein Verhalten gestört. Sein Auftreten war arrogant, er hat überhaupt nicht mit sich reden lassen."
Das Spiel liegt mittlerweile als Untersuchungsakte auf dem Tisch des DFB. Werder hat allerdings kein Interesse an Schadenersatz, sollte Hoyzer tatsächlich die Manipulation nachgewiesen werden. Denn weder hatte Wuppertal in der Endabrechnung einen gravierenden Vorteil durch den Sieg noch Werder einen nennenswerten Schaden.
Übrigens hatten auch die Profis schon Kontakt mit Hoyzer. Der Skandal-Schiri fungierte beim 2:2 gegen Bayer Leverkusen als vierter Mann. Dass die Partie damals überpünktlich abgepfiffen worden war, regte Werder zwar auf, stellt nun aber keinen Grund für üble Verdächtigungen dar. Kapitän Frank Baumann: "Man sollte jetzt nicht hinter jeder umstrittenen Entscheidung eine Manipulation wittern. Das kann dem Fußball nur schaden."
"Selten so beschissen worden"
Manipulierte Robert Hoyzer auch ein Spiel der Werder Amateure
BREMEN. Aus heutiger Sicht könnte man durchaus behaupten, dass er etwas geahnt hat. "Wir sind selten so beschissen worden", meinte Thomas Wolter nach der 0:1-Niederlage der Werder Amateure beim Wuppertaler SV am 30. Juni des vergangenen Jahres - jetzt zählt das Spiel zu den sechs Partien, die der DFB-Kontrollausschuss im Zusammenhang mit den Manipulationsvorwürfen gegen den ehemaligen DFB-Schiedsrichter Robert Hoyzer untersucht.
Anscheinend sind also auch die Bremer betroffen von den vermeintlichen Betrugsversuchen des 25-jährigen Unparteiischen. In Wuppertal überraschte der Berliner jedenfalls mit einer recht merkwürdigen Leistung. Sie gipfelte in einer Szene in der 38. Minute: Ein Stürmer des WSV wurde von Florian Heidenreich mittels einer Grätsche vom Ball getrennt. Ein faires Tackling im Strafraum, es hätte einen Eckstoß geben müssen. Hoyzer aber entschied auf Strafstoß. "Ich kann es ja immer noch nicht beweisen, aber zumindest glaube ich, dass ich damals einigermaßen richtig gelegen habe", kommentiert Wolter nun.
Damals in Wuppertal hätten jedenfalls selbst die Gegner über die Elfmeterentscheidung gelacht. War ja irgendwie auch ein Witz, dieser Strafstoß. Allerdings wusste eben noch niemand, dass hinter dem fragwürdigen Pfiff viel mehr stecken könnte als eine Fehlentscheidung. Deshalb störte sich der Trainer auch viel mehr an der Art des Unparteiischen, der reagierte nämlich reichlich arrogant auf die Kritik von der Linie. Wolter: "Seinen Umgang mit uns habe ich als noch viel schlimmer empfunden als seine Entscheidungen."
Gleichwohl machte er sich bereits zu diesem Zeitpunkt Sorgen um die Folgen des Fehlpfiffs für seine jungen Spieler: "So viel kann man mit den Jungs gar nicht arbeiten, dass sie so etwas wegstecken." Wie groß mögen da erst die Nachwirkungen nach dem aktuellen Skandal sein? "Es ist wichtig, dass die Schiedsrichter grundsätzlich nicht mehr wetten dürfen", findet Thomas Wolter. Eine nachhaltige Störung im Verhältnis zwischen Unparteiischen und Vereinen befürchtet er dagegen nicht: "Bei den vielen Profis gibt es auch mal schwarze Schafe, genauso wie bei den Unparteiischen." Deshalb müsse man sich von Gedanken an Schiebung frei machen, wenn es zukünftig mal wieder zu strittigen Entscheidungen kommt. Wolters Appell: "Wir sollten vernünftig miteinander umgehen und die Schiedsrichter ebenso wenig wie die Profis verteufeln, nur weil einer aus der Reihe tanzt."
Kreiszeitung 26.01.2005
"Ich habe mich richtig betrogen gefühlt"
Auch die Werder-Amateure offenbar ein Opfer von Skandal-Schiri Hoyzer / In Wuppertal betrogen?
BREMEN. Noch ist nicht zu überblicken, wie groß der Skandal um Betrugs-Schiedsrichter Robert Hoyzer wirklich ist. Fest steht aber, dass auch Werder Bremen sein Kapitel in der Geschichte hat. Genauer: Die Werder-Amateure. Am 30. Mai 2004 hatte Hoyzer die Regionalliga-Partie in Wuppertal geleitet. Bremen verlor durch einen Elfmeter mit 0:1, und Trainer Thomas Wolter (Bild) fühlte sich nach der Partie "zum ersten Mal so richtig betrogen".
Sportlich ging es in der Begegnung praktisch um nichts mehr. Für Hoyzer mag dagegen viel auf dem Spiel gestanden haben. So habe der 25-Jährige zumindest gepfiffen. Wolter: "Ich kann mich noch total gut erinnern. Das war ein typisches 0:0-Spiel. Aber es gab viele fragwürdige Entscheidungen." Unter anderem den Elfmeter in der 38. Minute, der Wuppertal letztlich den knappen Sieg brachte.
Der vermeintliche Übeltäter war damals Florian Heidenreich. Und auch er weiß noch zu gut, dass er beim Pfiff von Hoyzer erstmal perplex war: "Oliver Ebersbach hatte sich den Ball an mir vorbei gelegt. Ich habe einen Ausfallschritt gemacht, nicht mal gegrätscht und den Ball mit der Pike zum Einwurf ins Aus befördert." Klarer Fall von fair geklärt - aber nicht für Hoyzer. Der Berliner pfiff Elfmeter, und Wolter war entsetzt: "Selbst die Wuppertaler haben darüber geschmunzelt."
Die (absichtliche?) Fehlentscheidung sei aber nicht das Schlimmste gewesen. "Viel mehr hat mich sein Verhalten gestört. Sein Auftreten war arrogant, er hat überhaupt nicht mit sich reden lassen."
Das Spiel liegt mittlerweile als Untersuchungsakte auf dem Tisch des DFB. Werder hat allerdings kein Interesse an Schadenersatz, sollte Hoyzer tatsächlich die Manipulation nachgewiesen werden. Denn weder hatte Wuppertal in der Endabrechnung einen gravierenden Vorteil durch den Sieg noch Werder einen nennenswerten Schaden.
Übrigens hatten auch die Profis schon Kontakt mit Hoyzer. Der Skandal-Schiri fungierte beim 2:2 gegen Bayer Leverkusen als vierter Mann. Dass die Partie damals überpünktlich abgepfiffen worden war, regte Werder zwar auf, stellt nun aber keinen Grund für üble Verdächtigungen dar. Kapitän Frank Baumann: "Man sollte jetzt nicht hinter jeder umstrittenen Entscheidung eine Manipulation wittern. Das kann dem Fußball nur schaden."