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Original von Captain
Aber erstmal abwarten und jede halbe Stunde Radio hören. Schließlich wird es stündlich schlimmer mit den Nachrichten.. |
Here we go:
01. Februar 2005 Erstmals ist im Wettskandal um manipulierte Fußballspiele auch ein Bundesligamatch unter Verdacht geraten. Nach übereinstimmenden Medienberichten hat der geständige Robert Hoyzer vor der Berliner Staatsanwaltschaft seinen Schiedsrichter-Kollegen Jürgen Jansen belastet, das Punktspiel zwischen dem 1. FC Kaiserslautern und dem SC Freiburg (3:0) am 27. November 2004 nicht korrekt geleitet zu haben.
Mit Stürmer Ranislav Jovanovic vom FSV Mainz 05 gestand zudem erstmals ein aktueller Erstligaspieler eine Verwicklung in die Affäre ein. Der 23 Jahre alte Profi aus Serbien und Montenegro bestätigte, während seiner Zeit bei Dynamo Dresden Kontakte zu einem der als mutmaßliche Drahtzieher am Wochenende festgenommenen Kroaten gehabt zu haben. Dieser habe ihn vor 3:2-Erfolg im Regionalligaspiel über Preußen Münster (18. Juni 2003) kontaktiert, sich als Geschäftsmann ausgegeben und eine Siegprämie ausgelobt.
Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) will sich nicht dazu äußern, ob er mittlerweile auch Bundesliga-Spiele auf Manipulationen überprüft. Ich möchte keine konkreten Spiele oder einen Ermittlungsstand nennen", sagte der Leiter der DFB-Sonderkommission zur Untersuchung der Affäre, Götz Eilers, am Dienstag abend in Frankfurt.
Falsche Berichte: DFB droht Medien
Zwanziger, hat den Anwalt Christoph Hutten beauftragt, im Zusammenhang mit der Berichterstattung um den Manipulations-Skandal die Einleitung rechtlicher Schritte zu prüfen. Es geht um Berichte in einigen Medien, wonach DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder und Zwanziger bestreiten würden, daß der Wettanbieter Oddset bereits am 23. August 2004 den DFB über mögliche Unregelmäßigkeiten (insbesondere das Spiel der ersten Runde im DFB-Vereinspokal zwischen dem SC Paderborn und dem Hamburger SV) informiert habe. Diese Berichterstattung sei falsch, teilte der DFB auf einer Pressekonferenz in Frankfurt/Main mit.
Die Berliner Staatsanwaltschaft hat nach Eilers Angaben dem DFB signalisiert, daß der Verband Einsicht in die Ermittlungsakten erhalten werde. Eilers geht davon aus, daß dies noch in dieser Woche geschehen werde. Bisher habe man aber auch teilweise keine Akteneinsicht bekommen. Der Geschäftsführende DFB-Präsident Theo Zwanziger meinte am Abend, er sei glücklich darüber, daß die Staatsanwaltschaft zur Kooperation bereit ist. Nur so hätte der DFB die Chance zu wissen, wo wir stehen, wo und wann wir manipuliert worden sind und wo Unschuldige verdächtigt werden. Wir sind uns bewußt, daß das Verfahren für den Spielbetrieb von entscheidender Bedeutung sein kann, hatte Behördensprecher Michael Grunwald zuvor gesagt. Deshalb werde auf Grundlage der gesetzlichen Bestimmungen zeitnah ein Informationsaustausch mit dem DFB erfolgen, der den Spielbetrieb sicherstellt.
Dynamo-Ersatztorhüter Ignac Kresic, im Gegensatz zu Jovanovic von Hoyzer belastet, bestätigte, daß die Mannschaft von einem unbekannten Dritten eine Zahlung in Höhe von 15.000 Euro erhalten hatte. Nach Angaben der Süddeutschen Zeitung und der Bild-Zeitung hat Hoyzer in seiner Vernehmung angegeben, er habe von einem Mitglied der mutmaßlichen Wett-Mafia Hinweise erhalten, daß Jansen beim 3:0-Sieg Kaiserslauterns gegen Freiburg für das richtige Resultat gesorgt haben soll.
Demnach soll Jansen über einen Mittelsmann angeworben worden sein. Bei der Partie in Kaiserslautern fielen zwei umstrittene Tore für die Gastgeber. Beide Male soll Jansen, der in einer Eidesstattlichen Versicherung alle Manipulationsvorwürfe bestritt, zuvor angebliche Fouls von FCK-Stürmer nicht geahndet haben.
Bei dem Mittelsmann soll es sich um Wieland Ziller handeln. Der ehemalige Fifa-Schiedsrichter bestritt eine Beteiligung am Skandal und hat nach eigenem Bekunden Strafantrag gegen Hoyzer gestellt. Beim 1. FC Kaiserslautern verweigerten die Offiziellen eine Kommentierung, beim SC Freiburg gab man sich zurückhaltend. Ich kann mich erinnern, daß in dem Spiel zwei umstrittene Entscheidungen zu Gegentoren für uns geführt haben. Wir sollten uns mit direkten Äußerungen aber noch bedeckt halten, sagte Trainer Volker Finke.
Eidesstaatliche Erklärungen Unfug
Von den 13 Personen, die Hoyzer vor der Berliner Staatsanwaltschaft angeblich belastet hat, haben bis auf Kresic und Paderborns Kapitän Thijs Waterink fast alle eine Verwicklung in den Skandal meistens mit Eidesstattlichen Versicherungen zurückgewiesen. Diese Erklärungen seien aber juristischer Unfug, sagte Paul-Werner Beckmann, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft für Sportrecht im Deutschen Anwaltsverein.
Wer eine falsche Versicherung abgibt, macht sich strafbar, aber nur, wenn er sich in einem dafür vorgesehenen Gerichtsverfahren vor der zuständigen Stelle äußert. Die jetzt abgegebenen Erklärungen hätten daher eher symbolischen Wert.
Toppmöller will klagen
Klaus Toppmöller, der ehemalige Trainer von Bayer Leverkusen und des Hamburger SV, hat in der Sport Bild Manipulation der deutschen Meisterschaft in der Saison 2001/02 durch DFB-Schiedsrichter Jansen nicht ausgeschlossen. Zugleich kündigte er an: Den DFB und alle, die mir in diesem Zusammenhang Schaden zugefügt haben, werde ich verklagen.
Er wolle niemandem etwas unterstellen, sagte Toppmöller, aber ihm sei sofort eingefallen, was mir mit Leverkusen in der Saison 2001/2002 bei St. Pauli widerfahren ist. Jansen hatte beim 2:2 gegen St. Pauli in der letzten Spielminute einen Strafstoß verhängt. Toppmöller: Bernd Schneider hat den Ball damals ins Gesicht bekommen. Der Jansen stand fünf Meter daneben, entschied aber auf Handelfmeter.
Deshalb fordert der derzeit arbeitslose Trainer: Ich verlange jetzt vom DFB, daß das rückhaltlos aufgeklärt wird. Denn wenn es beim 2:1 geblieben wäre, hätten wir und nicht Dortmund den Meistertitel gewonnen. Die Begegnung fand allerdings am 23. Spieltag statt. Der im Herbst beim HSV entlassene Coach sieht sich offenbar als Opfer der Wett-Mafia.
Toppmöller war Trainer der Hamburger bei der 2:4-Niederlage im Pokalspiel in Paderborn. Er verlor kurze Zeit später seinen Job. Der DFB hat es bis heute nicht für nötig befunden, sich dafür bei mir zu entschuldigen, sagte Toppmöller. Eine Klage stehe deswegen jetzt zu 100 Prozent fest.