Bömmel
Krempelt Schaaf das Team um?
Nach der Pleite in Bielefeld und vor dem Mailand-Spiel: Neue Abwehr für mehr Sicherheit
Von Carsten Sander
BREMEN · Die Abwehrpannen - sie haben Werder schon etliche Punkte in der Bundesliga gekostet. Zieht Trainer Thomas Schaaf nun die Reißleine? Für das enorm wichtige Champions-League-Match morgen gegen Inter Mailand (20.45 Uhr/live bei Premiere) denkt der Coach offensichtlich über personelle Änderungen nach. Petri Pasanen könnte - wie im Hinspiel - in die Viererkette rücken und Frank Baumann wieder vor ins Mittelfeld.
Schaaf grübelt und hält dabei die Karten verdeckt. "Wir haben wieder mehr Möglichkeiten. Das wäre eine davon", sagt der Coach und lässt sich nichts weiter entlocken.
Dabei hatte er gestern auf dem Trainingsplatz kräftig experimentiert. Der beim 1:2 in Bielefeld schwache Ismael (wo ist eigentlich seine Form aus der Vorsaison?) und Pasanen bildeten das Innenverteidiger-Duo, flankiert von Paul Stalteri auf links und überraschend von Ümit Davala auf rechts.
Ausgerechnet Davala! Bringt Schaaf ihn gegen seinen Ex-Club, für den er nicht ein Pflichtspiel bestritten hatte? Und das, obwohl der Türke nach überstandener Schambeinentzündung noch überhaupt nicht zu alter Klasse zurückgefunden hat? Schaaf zweifelt wohl selbst, sagt: "Denken Sie nicht zu viel über diese Formation nach."
Aber mit dem Einsatz von Pasanen ist zu rechnen. Schaaf vertraut dem Finnen, für den die Position in der Innenverteidigung keinesfalls neu ist. "Er hat das schon bei Ajax, in der Nationalmannschaft und im Hinspiel in Mailand gespielt. Er kann das", meint der Trainer. Gegen Pasanen spricht allerdings, dass er in den vergangenen vier Wochen nur 72 Minuten Spielpraxis gesammelt hat - ein bisschen wenig, um gegen Inter gleich voll da zu sein. Doch Schaaf sagt: "Pasanen zu bringen, wäre kein Risiko."
Also: Bahn frei für Frank Baumann. Der zuletzt nicht fehlerfreie Kapitän kann wieder ins Mittelfeld. Dorthin, wo Schaaf ihn am liebsten sieht. Auch Sportdirektor Klaus Allofs sagt: "Wir brauchen im Mittelfeld wieder mehr Zweikampfstärke und klarere Aktionen." Baumann kann dafür sorgen.
Andere müssen dann natürlich weichen. Und es trifft vermutlich Daniel Jensen. Der Däne scheint nach seinem Von-Null-auf-Hundert-Start nun im Leistungsloch angekommen zu sein und könnte eine Pause gut gebrauchen. Auch Tim Borowski wäre ein Kandidat. Gestern kickte keiner von beiden in der A-Elf. Diesen Part übernahm Ludovic Magnin als linker Läufer der Mittelfeld-Raute. Das letzte Wort ist freilich noch nicht gesprochen. Doch die Aussage von Klaus Allofs lässt einiges erahnen: "Es gibt Gründe genug, etwas zu ändern . . ."
Inter Mailand hat zwar keinen Anlass, könnte das Team aber ebenfalls umkrempeln. Die Italiener, die am Wochenende im nationalen Pokalwettbewerb mit 3:1 gegen den FC Bologna gewannen, stehen schon sicher im Achtelfinale der Champions League. Gut möglich also, dass Trainer Roberto Mancini in Bremen ebenfalls experimentiert. Auf seinen Torjäger Adriano (erzielte beide Treffer beim 2:0 im Hinspiel) muss er wegen dessen Rotsperre schon mal verzichten. Mal schauen, wer sonst noch draußen bleibt . . .
[23.11.2004] Kreiszeitung
Nach der Pleite in Bielefeld und vor dem Mailand-Spiel: Neue Abwehr für mehr Sicherheit
Von Carsten Sander
BREMEN · Die Abwehrpannen - sie haben Werder schon etliche Punkte in der Bundesliga gekostet. Zieht Trainer Thomas Schaaf nun die Reißleine? Für das enorm wichtige Champions-League-Match morgen gegen Inter Mailand (20.45 Uhr/live bei Premiere) denkt der Coach offensichtlich über personelle Änderungen nach. Petri Pasanen könnte - wie im Hinspiel - in die Viererkette rücken und Frank Baumann wieder vor ins Mittelfeld.
Schaaf grübelt und hält dabei die Karten verdeckt. "Wir haben wieder mehr Möglichkeiten. Das wäre eine davon", sagt der Coach und lässt sich nichts weiter entlocken.
Dabei hatte er gestern auf dem Trainingsplatz kräftig experimentiert. Der beim 1:2 in Bielefeld schwache Ismael (wo ist eigentlich seine Form aus der Vorsaison?) und Pasanen bildeten das Innenverteidiger-Duo, flankiert von Paul Stalteri auf links und überraschend von Ümit Davala auf rechts.
Ausgerechnet Davala! Bringt Schaaf ihn gegen seinen Ex-Club, für den er nicht ein Pflichtspiel bestritten hatte? Und das, obwohl der Türke nach überstandener Schambeinentzündung noch überhaupt nicht zu alter Klasse zurückgefunden hat? Schaaf zweifelt wohl selbst, sagt: "Denken Sie nicht zu viel über diese Formation nach."
Aber mit dem Einsatz von Pasanen ist zu rechnen. Schaaf vertraut dem Finnen, für den die Position in der Innenverteidigung keinesfalls neu ist. "Er hat das schon bei Ajax, in der Nationalmannschaft und im Hinspiel in Mailand gespielt. Er kann das", meint der Trainer. Gegen Pasanen spricht allerdings, dass er in den vergangenen vier Wochen nur 72 Minuten Spielpraxis gesammelt hat - ein bisschen wenig, um gegen Inter gleich voll da zu sein. Doch Schaaf sagt: "Pasanen zu bringen, wäre kein Risiko."
Also: Bahn frei für Frank Baumann. Der zuletzt nicht fehlerfreie Kapitän kann wieder ins Mittelfeld. Dorthin, wo Schaaf ihn am liebsten sieht. Auch Sportdirektor Klaus Allofs sagt: "Wir brauchen im Mittelfeld wieder mehr Zweikampfstärke und klarere Aktionen." Baumann kann dafür sorgen.
Andere müssen dann natürlich weichen. Und es trifft vermutlich Daniel Jensen. Der Däne scheint nach seinem Von-Null-auf-Hundert-Start nun im Leistungsloch angekommen zu sein und könnte eine Pause gut gebrauchen. Auch Tim Borowski wäre ein Kandidat. Gestern kickte keiner von beiden in der A-Elf. Diesen Part übernahm Ludovic Magnin als linker Läufer der Mittelfeld-Raute. Das letzte Wort ist freilich noch nicht gesprochen. Doch die Aussage von Klaus Allofs lässt einiges erahnen: "Es gibt Gründe genug, etwas zu ändern . . ."
Inter Mailand hat zwar keinen Anlass, könnte das Team aber ebenfalls umkrempeln. Die Italiener, die am Wochenende im nationalen Pokalwettbewerb mit 3:1 gegen den FC Bologna gewannen, stehen schon sicher im Achtelfinale der Champions League. Gut möglich also, dass Trainer Roberto Mancini in Bremen ebenfalls experimentiert. Auf seinen Torjäger Adriano (erzielte beide Treffer beim 2:0 im Hinspiel) muss er wegen dessen Rotsperre schon mal verzichten. Mal schauen, wer sonst noch draußen bleibt . . .
[23.11.2004] Kreiszeitung