Micoud greift Schaaf an

Dr. Steif
Micoud greift Schaaf an

Werder Bremens Spielmacher kritisiert die Trainingsmethoden, fühlt sich überlastet und moniert Mangel an Rückendeckung
von Kai Niels Bogena

Bremen - Das Training des SV Werder Bremen gestaltet sich in dieser Woche übersichtlich. Zwei Drittel der Spieler weilen anläßlich der am Wochenende anstehenden WM-Qualifikationsspiele bei ihren jeweiligen Nationalmannschaften, nur eine Handvoll Profis üben deshalb auf dem Gelände am Weserstadion. Keine optimale Vorbereitung auf die Vielzahl der Spiele, die Bremen bis zum Jahresende in Bundesliga, DFB-Pokal und Champions League erwarten.

Zusätzliches Ungemach droht aus den eigenen Reihen. Mittelfeldchef Johan Micoud, von Frankreichs Nationaltrainer Domenech abermals nicht berücksichtigt, attackiert Trainer Thomas Schaaf und reagiert damit auf Kritik des Coaches, die er nach dem 1:2 vergangenen Samstag gegen Bayern München einstecken mußte. "Micoud weiß selber, daß er besser spielen kann", hatte Schaaf genörgelt. Worte, die der empfindsame Franzose nicht auf sich sitzen lassen mag. "Thomas Schaaf sollte lieber seine Spieler unterstützen, anstatt sie zu kritisieren", sagt Micoud der WELT . "Wenn ich Trainer wäre, würde ich mich hinter meine Spieler stellen. Diese Kritik an mir ist sehr unschön."

Der 31jährige fühlt sich aufgrund der Verletztenmisere des Klubs - sieben Stammspieler fehlen - überfordert und unverstanden. "Wir Spieler verspüren durch die Champions League eine gewisse Müdigkeit. Ich kann nicht immer den Erwartungen gerecht werden und weiß, daß ich gegen Bayern nicht ideal gespielt habe", so Micoud. Die öffentliche Schelte von Schaaf sei dennoch völlig unbegründet, behauptet Micoud. "Schaaf sollte nicht nur dieses Spiel sehen, sondern meine gesamte Leistung, die ich fast immer für Werder zeige. Das zählt."

Gleichzeitig übt der kapriziöse Spielmacher Kritik an Schaafs Trainingsmethoden. "Schaaf muß dafür sorgen, daß unser Training angepaßt wird. Wir haben durch die Champions League und den DFB-Pokal ständig drei Spiele in der Woche, darauf muß das Training ausgelegt sein. Sonst kann es passieren, daß wir nicht immer fit sind." Genau das sei gegen die Bayern der Fall gewesen. Micoud fühlte sich nach den englischen Wochen, die Werder seit Mitte September bestreiten mußte, ausgebrannt: "Ich war gegen München sehr müde."

Mit den Aussagen Micouds konfrontiert, wollte sich Schaaf nicht äußern. Es ist aber davon auszugehen, daß der Franzose bereits das Gespräch mit seinem Coach suchte. Anders ist seine Schlußfolgerung nicht zu verstehen: "Ich gehe davon aus, daß unser Training jetzt besser angepaßt wird."

Unzufrieden ist Micoud auch mit der Verletzungsmisere der Bremer. Wie schon der Vorsitzende der Geschäftsführung, Jürgen L. Born, spricht sich nun auch Micoud für Verstärkungen in der Winterpause aus. "Diese Verletzungen sind ein Hindernis für Werder. Wenn wir weiter so viele Ausfälle haben, wäre es wichtig, noch einen oder zwei Spieler zu kaufen. Man muß da eine Lösung finden, denn wir haben jetzt sieben Verletzte, das ist schon mehr als die halbe Mannschaft."

Dabei solle Werder allerdings auf Qualität achten, Massenware bringe den Klub nicht weiter. "Je besser ein Spieler Fußball spielen kann, desto besser ist es für den Verein." Denn der Franzose hat sich seine Ziele in Bremen hoch gesteckt. "Wir müssen uns auch in den nächsten Jahren immer wieder konstant für die Champions League qualifizieren, damit wir irgendwann zu solchen Topklubs wie Bayern gehören. Nur durch das Geld aus der Champions League können wir mithalten."

Artikel erschienen am Do, 7. Oktober 2004 / Die Welt
Sir Hübi
aufgrund des autor brauch man diesen artikel wohl nicht weiter zu beachten
Stefan
Zitat:
Original von Sir Hübi
aufgrund des autor brauch man diesen artikel wohl nicht weiter zu beachten


Auch stand dieses gestern im Newsletter von Tino Polster:

+++ Micoud: "Ich habe ein gutes Verhältnis zum Trainer. Das ist die wichtigste Botschaft, die ich habe!"
Am Donnerstag erschien in der Tageszeitung "Die Welt" ein Artikel mit der Überschrift "Micoud greift Schaaf an". Diesen Text will Werders Mittelfeldspieler nicht unkommentiert stehen lassen. Über den Ärger, den er bei der Zeitungslektüre verspürt hat, sprach er im folgenden Interview.

Herr Micoud, im angesprochenen Interview heißt es, dass Sie den Trainer kritisieren. Statt über den Trainer ärgern Sie sich aber vielmehr über dieses Interview?

Ich bin richtig sauer. In diesem Interview kann ich nichts erkennen, über was wir fast 35 Minuten gesprochen haben. Ich habe weder den Trainer kritisiert, noch die Trainingsmethoden. Ich nehme mir auch nicht heraus, personelle Verstärkungen in der Winterpause zu fordern.

Können Sie konkreter werden?

Wenn ich lese, was ich über die Trainingsmethoden gesagt haben soll, und dass dieser Artikel bundesweit zu lesen ist, dann muss ich sagen: Das ist für mich eine Katastrophe!

Es wurde auch über Ihr Verhältnis zum Trainer geschrieben.

Ich möchte klar stellen, dass ich ein gutes Verhältnis zum Trainer habe. Das ist die wichtigste Botschaft, die ich habe. Wenn mich etwas stört, dann spreche ich das intern an. Der Trainer hat immer ein offenes Ohr für uns Spieler. Das haben wir in der Vergangenheit so gehalten und werden das auch weiter so praktizieren.

Haben Sie sich zuletzt auch über das Training mit ihm unterhalten?

Nein, ich habe überhaupt kein Problem mit unserem Training. Im Interview habe ich nur bestätigt, dass man sicher bei der großen Belastung das Programm etwas reduzieren muss. Und genau so machen wir es auch. Es war gar nicht die Rede davon, dass ich ein Problem mit unserem Trainingsplan habe.

Ihre Leistung im Spiel gegen Bayern München soll aber auch aufgrund der Müdigkeit durch die Trainingsbelastung zustande gekommen sein?
Ich weiß doch auch, dass ich gegen Bayern München nicht optimal gespielt habe. Das tut mir unheimlich leid für unsere Fans und für meine Teamkollegen. Ich weiß, dass ich an diesem Tag nicht die Spritzigkeit und Frische zeigen konnte und dass ich es besser kann. Wenn du englische Wochen spielst, hat man auch mal so einen Tag. Aber das liegt doch nicht an unserem Training, sondern an der Belastung durch den Spielplan.

Es heißt, dass Sie aufgrund der hohen Belastung und der Verletztenliste das Thema Neueinkäufe ins Gespräch gebracht haben?

Ja, dieser Eindruck wird in dem Interview erweckt. Aber mir wurde erzählt, dass Jürgen L. Born (Vorsitzender der Geschäftsführung) diese Aussagen getätigt habe. Ich sollte das kommentieren und habe nur gesagt, dass das sicher nicht falsch wäre, wenn wir weiter solches Pech haben. Ich habe dieses Thema nicht von mir aus angeschnitten, ich habe keine Forderungen gestellt.

Sie haben sich in der Vergangenheit schon öfter über solche Interviews geärgert.

Ja, genau solche Interviews sind es, die mich immer vorsichtiger werden lassen. Interviews, in denen ich zwei Minuten auf eine Frage antworte und der Dolmetscher ist in 20 Sekunden fertig. Interviews, in denen der Dolmetscher fragt, wer Uli Hoeness ist. Interviews in denen ich die Bedeutung der Bundesliga-Spiele hervorhebe und anschließend genau heraushöre, dass der Dolmetscher übersetzt, dass die Champions League das Größte ist. Es gab schon einige solche Beispiele. Und jeder wundert sich dann, dass ich verschlossen wirke. Ich habe das Interview mit "Die Welt" gemacht, weil mir gesagt wurde, dass es eine seriöse Zeitung ist. Ich weiß nicht, was ich jetzt von diesem Ergebnis halten soll.

Interview: Michael Rudolph
mazzo
als Bogena so nen Müll ins sein Fantreff.net gekrakelt hat war es ja noch amüsant, aber wenn er seine sehr exklusiven Deutungen und Miesmachereien bundesweit verbreitet nervt das und ist schon ziemlich bösartig.
Ich muss auffer Arbeit z.B. Herthanern und Schalkern erklären was das für ne journalistische Hupe ist. So eine Zeitvergeudung
Sir Hübi
der typ hat einfach seinen job verfehlt
Dr. Steif
so ist es. da kann man wohl nur draus lernen und dem reporter oder der zeitung in rehagel-manier keine interviews mehr geben (springer / hamburg). vielleicht goennt sich johan zu weihnachten auch einfach mal ein eigenes diktiergeraet und laesst dieses parallel zum interview mitlaufen. wundersamerweise wuerden dann wohl all seine aeusserungen richtig wiedergegeben...