Hier kommen die versprochenen Neuigkeiten:
Das Programm steht und ist hier zu finden:
http://www.aktive-fans.de/01a9d793eb0015...cf0c/index.html
Über zahlreiche Anmeldungen würden wir uns freuen. Das Formular dazu gibt´s ebenfalls im abgebenen Link oder direkt online unter:
http://www.aktive-fans.de/01a9d793eb0015...5a6003390d.html
Alle, die lieber scrollen als klicken, können die wichtigsten Informationen auch weiter unten nachlesen.
Damit jeder Interessierte teilnehmen kann und nicht etwa aus Kostengründen fernbleiben muss, gibt es dieses Jahr einen gestaffelten Teilnehmerbeitrag.
Ein paar Rückmeldungen wären auf jeden Fall schön - schon im Hinblick auf die Gestaltung künftiger Treffen: Habt Ihr grundsätzlich Interesse an dieser Art Fankongress oder bringt das alles nichts? Sind die Themen interessant oder Euch egal? Ist der Termin gut oder schlecht? Wollt Ihr mit BAFF lieber nichts zu tun haben oder doch? Meldet Euch!
Ich hoffe auf eine möglichst große Bremer Delegation und grüße herzlich!
Das Programm:
Hauptthema: Diskussionsrunde
Datenschutz, Überwachung und WM 2006 - Fußball-Fans als Versuchskaninchen?
Die Weltmeisterschaft in Deutschland steht vor der Tür - und mit ihr fragwürdige "Sicherheitsmaßnahmen", denen wir womöglich auch in der Zeit nach der WM ausgesetzt sein werden. Hierzu gehören u.a. elektronische Einlaßkontrollen mit personalisierten Eintrittskarten und
RFID-Funktechnologie. Um auch das Konsumverhalten besser überwachen zu
können, wird evtl. eine Chipkarte (wie schon auf Schalke) das alleiniges Zahlungsmittel im Stadion sein.
Wir wollen uns von sachverständiger Seite berichten lassen, was diesbezüglich auf uns zukommen wird, und diskutieren, wie das ganze zu
bewerten ist. Werden Fußball-Fans hier als Versuchskaninchen für neue Überwachungs- und Repressionsmaßnahmen benutzt, die aus
bürgerrechtlicher Sicht kaum zu vertreten sind?
In diesem Zusammenhang möchten wir uns auch mit den datenschutzrechtlichen Aspekten bestehender Repressionsmittel gegen Fußball-Fans
auseinandersetzen. So steht und fällt die Praxis der bundesweiten Stadionverbote damit, daß die Polizei Informationen über angebliche
Verfehlungen bestimmter Personen an private Vereine weitergibt, so daß am Ende die persönlichen Daten des Betroffenen inkl. Tatvorwurf bei allen 72 Vereine der ersten drei Ligen auf dem Schreibtisch landen. Auch
die Handhabung der berühmten Datei "Gewalttäter Sport" soll zusammen mit Datenschutzexperten kritisch beleuchtet werden.
Workshops
1.) Different Roots - One Game. Migration im europäischen Fußball (Gerd/Berlin)
Im September 2004 begann die Recherche zu einer Wander-Ausstellung mit Rahmenprogramm, die Migration im europäischen Fußball aufarbeiten wird. Gerd stellt für das Projekt Flutlicht die Konzeptidee vor und hofft auf Ideen und Vorschläge der Workshopteilnehmenden. Wie können Migration und Diskriminierung von den höchsten bis zu den Amateurligen in einer Ausstellung dargestellt werden?
2.) Regionalliga-Reform (Ronald/Berlin, Jost/Oldenburg)
Vertreter der Regionalligavereine und die Vorsitzenden der großen Regionalverbände wollen eine Reform der dritten Liga anschieben. Mit dem gemeinsamen Protest von Fans verschiedener Regionalligavereine soll der Forderung auf eine Regionalliga ohne Zweitvertretungen von Profimannschaften unterstützt werden. Des weiteren gilt es ein Zeichen zu setzten, gegen Bestrebungen wie sie etwa K.-H. Rummenigge geäußert hat, der seine Bayern-?Amateure am liebsten in Liga Zwei sehen würde. Ziel dieser Arbeitsgruppe soll es sein, Strukturen zu entwickeln und Lösungsansätze zu formulieren, um zu klarzustellen, dass Fußball nicht in der zweiten Bundesliga aufhört.
3.) Stadionverbote (Wilko)
Beim leidigen Thema "Stadionverbote" gibt es Bewegung: Der DFB hat zugesagt, bis zum Beginn der Rückrunde eine Überarbeitung der Richtlinien vorzulegen. Hierüber soll berichtet und diskutiert werden. Außerdem sollen die seit längerem bestehenden Pläne eines Spendenkontos für Anwalts- und Gerichtskosten bei Stadionverbotsverfahren endlich umgesetzt werden. Erste Erfahrungen hierzu gibt es bereits aus St. Pauli. Zu klären wäre u.a., unter welchen Bedingungen eine Förderung aus dem Spendentopf in Frage kommt und wer über die Vergabe der Mittel entscheidet."
4.) Vorstellung Netzwerk Frauen und Fußball
Vor einigen Wochen hat sich Netzwerk von Frauen im Stadion gegründet. Ziel dieses Workshops soll es sein, Motivation und Interessen des der Gründung des Netzwerkes vorzustellen.
5.) In Deutschland zu Gast fühl Dich wie im Knast (Dieter Bott)
Mehr als vier Wochen ist die Fussballwelt ?zu Gast bei Freunden in Deutschland zur WM 2006. Verteilt übers ganze Land spielen 32 Teams in 12 verschiedenen Städten den Weltmeistertitel aus. Drei Millionen Tickets sind zu vergeben, 1,2 Millionen Besucher aus dem Ausland werden erwartet abzüglich der 100.000 Fans, welche ohne Karten anreisen werden. Vor allem letzteres für die Veranstalter ein erhebliches Sicherheitsrisiko, welches sich auf erheblich auf die Stimmung im Stadion auswirken könnte sowie zu Einschränkungen der 99% friedlichen Fans führen könnte.
Der Workshop soll dazu dienen, im Rahmen der Möglichkeiten und den Interesse der Fans einen Forderungskatalog , adressiert an die Veranstalter der WM, aufzustellen.
6.) "Sie bauen U-Bahnen nach Auschwitz" (Chris/Ludwigsburg)
Antisemitische Ressentiments haben auch im Fußball eine lange Tradition, sind gar die älteste Form von Diskriminierung in den Stadien. Schiedsrichter werden als ?Jude! beschimpft, finanzstarke Clubs als ?Juden-Clubs ausgemacht und originär jüdische Teams sehen sich mit antisemitischen Übergriffen konfrontiert. Antisemitische Vorurteile, Schmähungen und Übergriffe gehören beinahe schon zum ?guten Ton in deutschen und europäischen Stadien. Der Vortrag soll am Bild des ?sauberen Fußballs, an dem Medien und Verbände gerne festhalten wollen, kratzen und darüber hinaus versuchen zu klären, warum das sozio-kulturelle Großereignis Fußball häufig antisemitische Ressentiments widerspiegelt und im Stadion als vermeintlich politikfreiem Raum von den verschiedenen Akteuren des Spektakels artikuliert werden. Auch das Verhältnis des DFB zu Israel wird kritisch unter die Lupe genommen werden.
Verleihung des Goldenen Schlagstocks
Repression - das ist das Wort, auf dass immer mehr Stadionbesucher allergisch reagieren. In letzter Zeit gibt es immer mehr beschwerden von Fans über überzogene Handlungen von Ordnungsdiensten und Polizei im Rahmen von Fussballspielen. Mit der Verleihung des goldenen Schlagstocks soll ein Zeichen gesetzt werden, sich gegen die zunehmende Repression zu wehren, sich nicht alles gefallen zu lassen und gemeinsam für die Rechte von Fussballfans einzustehen.
Der TeilnehmerInnenbeitrag beträgt Förder, Normal, Ermässigt: 80,--, 50,--, 35,-- Euro.
Der Ablauf:
Freitag: Ankommen und Leute Treffen
Samstag: Vormittags Arbeitsgruppen
Nachmittags: Podiumsdiskussion
Verleihung des Goldenen Schlagstocks
Party
Sonntag: Austausch aus den Fanszenen, offene Runde, Ergebnisse der Arbeitsgruppen