DDR-Fahnen Verbot in Essen

Suffältester
Die Essener Hallstein-Doktrin Eine Farce um Fußball, Fahnen und Freunde der DDR


Fußball ist politisch, daran kann es ja überhaupt keinen Zweifel geben. Deshalb müssen Fußballfunktionäre auch politisch denken. Wie zum Beispiel Dieter Uhlenbroich, der Sicherheitsbeauftragte des Fußball-Zweitligisten Rot-Weiß Essen. Ihm ging es schon seit längerem auf den Senkel, dass in den Stadien dieser Welt plötzlich wieder Fahnen der doch erfolgreich untergetauchten DDR auftauchen, zuletzt sogar bei den Olympischen Spielen in Athen.

Da hatte Uhlenbroich leider keinen Zugriff, anders als im heimischen Georg-Melches-Stadion. Dort tritt am Sonntag der FC Energie Cottbus an, und dem Sicherheitschef schwante Schlimmes. Diese Burschen mit dem auch so verdächtig kommunistisch klingenden Motto "Im Osten geht die Sonne auf" würden vermutlich Scharen von Fans mit DDR-Fahnen mitbringen. Das Essener Stadion im Zeichen von Hammer und Zirkel im Ährenkranz - das doch bitte nicht. Also verfügte er ein DDR-Symbol-Verbot. Aus Sicherheitsgründen. Schließlich würden "vermehrt DDR-Symbole gezeigt, um die Fans aus dem Westen zu provozieren", schrieb er nach Cottbus. Und vergaß auch nicht die aktuelle politische Dimension: Denn diese provokante DDR-Nostalgie spiele eine nicht geringe Rolle "beim gegenwärtigen Ost-West-Konflikt, was die Verteilung staatlicher Ressourcen angeht".

Wahrscheinlich war Dieter Uhlenbroich gar nicht bewusst, dass er in großer Tradition handelte. Denn es ist noch gar nicht so lange her, da unternahm die Bundesregierung alles nur Mögliche, um das Zeigen der ostdeutschen Spalterflagge in westdeutschen Stadien zu verhindern. Es ging dabei um die praktische Durchsetzung der Hallstein-Doktrin vom Alleinvertretungsanspruch der BRD für ganz Deutschland. Also wurden Staatsbedienstete vom Polizeibeamten bis zum Legationsrat in Marsch gesetzt, das schwarz-rot-goldene Tuch mit dem falschen Emblem vom Mast zu holen. Allerdings war dies irgendwann angesichts der Erfolgswelle des DDR-Sports nicht mehr durchzuhalten. So erging denn 1969 ein klammheimlicher Duldungsbeschluss der Bundesregierung. Seither flatterte die DDR-Fahne dann ungehindert in westdeutschen Stadien. Und dabei bleibt es auch. Denn Rot-Weiß-Präsident Rolf Hempelmann dachte noch politischer als sein Sicherheitschef und hob den Erlass am Mittwoch wieder auf.

Quelle:Berliner Zeitung 16.0.904
Philipp
Hat sich wieder ne tolle Sache geleistet unser Herr U.!

Gut das es aufgehoben wurde ...
PAINKILLER
:dito:Ausserdem wäre das garned mit den grundgesetzt vereinbar gewesen!
kopfnuss
Zitat:
Original von THE PAINKILLER
:dito:Ausserdem wäre das garned mit den grundgesetzt vereinbar gewesen!


zählt das denn noch für fußballfans?
SVW-Stephan
Zitat:
Original von THE PAINKILLER
:dito:Ausserdem wäre das garned mit den grundgesetzt vereinbar gewesen!


Dummerweise hat der Veranstalter Hausrecht. Der kann jeden (samt seiner Fahne) rausschmeißen.