Schenk
Gegen 12.30 Uhr schritt ein eher unauffällig gekleideter Herr durch das weitläufige Portal des Grand Hotels Hof Ragaz. Freundlich begrüßt von Werders Sportdirektor Klaus Allofs, noch herzlicher in Empfang genommen von Johan Micoud, der gerade von einem Interviewtermin kam. Schnell hatte sich die Identität des großen Unbekannten aus Zug in der Schweiz herumgesprochen: Alexander Wacker, Berater des französichen Nationalspielers.
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Der Zweck des Kurzbesuchs lag auf der Hand: Letzte Gespräche im monatelangen Transfertheater um Micoud, das seit Mittwochnachmittag beendet ist. "Für mich ist die Sache schon seit einiger Zeit gelaufen", meinte Wacker im Gespräch mit dem kicker, noch bevor er sich im Restaurant "Olives" zum trauten Dreiergespräch zurückzog. Alles sei perfekt. Die Aufregung in der deutschen Presse könne er nicht nachvollziehen. Die Verträge seien längst ausgearbeitet und fixiert, so der Agent aus der Schweiz. Sie lägen bei einem Rechtsanwalt, der einen Auslandstermin habe. Doch alles sei nur noch Formsache. In der nächsten Woche werde es zur offiziellen Bestätigung und Vertragsunterzeichnung kommen.
"Ich bin nicht hier, um zu verhandeln", ergänzte Wacker, der die Kooperation mit Bremens Manager Klaus Allofs in höchsten Tönen lobte. Es gehe nur noch um Detailfragen, beispielsweise um Gespräche mit einem Schuhausrüster. Micoud, dessen Kontrakt noch bis 2005 läuft, wird vorzeitig bis 2007 verlängern. Dass ihm das vorzeitig perfekt gemachte Bleiben an der Weser mit einer Gehaltserhöhung versüßt worden ist, versteht sich. Doch die kolportierten drei Millionen Jahresgehalt wollte niemand bestätigen.
An den Tagen im Rheintal, wo der Double-Sieger übt, hatte einiges auf diese Entwicklung hingedeutet. Micoud, sonst scheu wie ein Reh, besonders gegenüber der Presse, präsentierte sich geradezu wie der Gute-Laune-Bär. Regelrecht spürbar war sie, seine neue Lust auf Werder. "Ich fühle mich momentan okay", beschrieb der oft als Strahlemann auftretende Star, der auch auf dem Platz vor Spielfreude und Tatendrang sprühte, seine Gemütsverfassung: "Ich fühle mich einfach gut."
Wer ihn in der Schweiz erlebt hat, konnte sich nicht vorstellen, dass die Zusammenarbeit zwischen ihm und dem Nord-Erstligisten nicht fortgsetzt werde. So machte ihm das "Zusammenspiel mit Miro Klose schon enorm Spaß". So freute er sich darüber, dass das neue Sturmduo "schon recht gut harmoniere". So pries er "die Qualität in Kader", die er angemahnt hatte. "Wir sind gut gerüstet für die Champions League."
Dafür hatte Allofs schon vor dem Micoud-Coup gesorgt. Finaler Transferpoker in Transrapid-Tempo am zweiten Tag des Übungscamps. Der Sportdirektor verbrachte alles andere als einen "blauen Montag". Drei Wechsel an einem Tag perfekt. Manuel Friedrich zu Mainz, Daniel Jensen, der erhoffte Dampfmacher im Mittelfeld, aus Murcia, Petri Pasanen, der ersehnte Abwehr-Allrounder, von Ajax Amsterdam. Die beiden Neuen erhalten jeweils Vierjahresverträge, unterschrieben beide bis 2008.
Der Friedrich-Verkauf, so Allofs, habe die beiden anderen Transaktionen bewerktstelligt. "Wir haben nur etwas dazugelegt." Konkret: Für das vor zwei Jahren für gut zwei Millionen Euro geholte Talent Friedrich sind noch stolze 1,4 Millionen Euro eingenommen worden. Ein guter Preis für den zwei Mal am Kreuzband operierten Profi, die Finanzierungsgrundlage für Jensen (1 Million Euro) und Pasanen (750 000 Euro).
Zum Schluss gab Werder den eigenwilligen Friedrich gerne ab, weil Zweifel an seiner Einstellung bestanden (der kicker berichtete). Mit dem Finnen Petri Pasanen (23), Nationalspieler, seit 2000 in Holland, zuletzt ausgeliehen an Portsmouth, glaubt man den idealen Abwehr-Allrounder gefunden zu haben - mit diesem Anforderungsprofil: In der Zentrale und auch auf der rechten Seite einsetzbar, weil Ümit Davala wohl doch längerfristig ausfällt. "Ich spiele lieber in der Mitte", sagt der kesse Pasanen, "doch ich bin auch bereit, rechts zu spielen." Mit Landsmann Pekka Lagerblom ging er zur Schule, spielte in einer Mannschaft. Der Kumpel über Pasanen: "Er schafft es in der Bundesliga."
Aus Bad Ragaz berichtet Hans-Günter Klemm
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Der Zweck des Kurzbesuchs lag auf der Hand: Letzte Gespräche im monatelangen Transfertheater um Micoud, das seit Mittwochnachmittag beendet ist. "Für mich ist die Sache schon seit einiger Zeit gelaufen", meinte Wacker im Gespräch mit dem kicker, noch bevor er sich im Restaurant "Olives" zum trauten Dreiergespräch zurückzog. Alles sei perfekt. Die Aufregung in der deutschen Presse könne er nicht nachvollziehen. Die Verträge seien längst ausgearbeitet und fixiert, so der Agent aus der Schweiz. Sie lägen bei einem Rechtsanwalt, der einen Auslandstermin habe. Doch alles sei nur noch Formsache. In der nächsten Woche werde es zur offiziellen Bestätigung und Vertragsunterzeichnung kommen.
"Ich bin nicht hier, um zu verhandeln", ergänzte Wacker, der die Kooperation mit Bremens Manager Klaus Allofs in höchsten Tönen lobte. Es gehe nur noch um Detailfragen, beispielsweise um Gespräche mit einem Schuhausrüster. Micoud, dessen Kontrakt noch bis 2005 läuft, wird vorzeitig bis 2007 verlängern. Dass ihm das vorzeitig perfekt gemachte Bleiben an der Weser mit einer Gehaltserhöhung versüßt worden ist, versteht sich. Doch die kolportierten drei Millionen Jahresgehalt wollte niemand bestätigen.
An den Tagen im Rheintal, wo der Double-Sieger übt, hatte einiges auf diese Entwicklung hingedeutet. Micoud, sonst scheu wie ein Reh, besonders gegenüber der Presse, präsentierte sich geradezu wie der Gute-Laune-Bär. Regelrecht spürbar war sie, seine neue Lust auf Werder. "Ich fühle mich momentan okay", beschrieb der oft als Strahlemann auftretende Star, der auch auf dem Platz vor Spielfreude und Tatendrang sprühte, seine Gemütsverfassung: "Ich fühle mich einfach gut."
Wer ihn in der Schweiz erlebt hat, konnte sich nicht vorstellen, dass die Zusammenarbeit zwischen ihm und dem Nord-Erstligisten nicht fortgsetzt werde. So machte ihm das "Zusammenspiel mit Miro Klose schon enorm Spaß". So freute er sich darüber, dass das neue Sturmduo "schon recht gut harmoniere". So pries er "die Qualität in Kader", die er angemahnt hatte. "Wir sind gut gerüstet für die Champions League."
Dafür hatte Allofs schon vor dem Micoud-Coup gesorgt. Finaler Transferpoker in Transrapid-Tempo am zweiten Tag des Übungscamps. Der Sportdirektor verbrachte alles andere als einen "blauen Montag". Drei Wechsel an einem Tag perfekt. Manuel Friedrich zu Mainz, Daniel Jensen, der erhoffte Dampfmacher im Mittelfeld, aus Murcia, Petri Pasanen, der ersehnte Abwehr-Allrounder, von Ajax Amsterdam. Die beiden Neuen erhalten jeweils Vierjahresverträge, unterschrieben beide bis 2008.
Der Friedrich-Verkauf, so Allofs, habe die beiden anderen Transaktionen bewerktstelligt. "Wir haben nur etwas dazugelegt." Konkret: Für das vor zwei Jahren für gut zwei Millionen Euro geholte Talent Friedrich sind noch stolze 1,4 Millionen Euro eingenommen worden. Ein guter Preis für den zwei Mal am Kreuzband operierten Profi, die Finanzierungsgrundlage für Jensen (1 Million Euro) und Pasanen (750 000 Euro).
Zum Schluss gab Werder den eigenwilligen Friedrich gerne ab, weil Zweifel an seiner Einstellung bestanden (der kicker berichtete). Mit dem Finnen Petri Pasanen (23), Nationalspieler, seit 2000 in Holland, zuletzt ausgeliehen an Portsmouth, glaubt man den idealen Abwehr-Allrounder gefunden zu haben - mit diesem Anforderungsprofil: In der Zentrale und auch auf der rechten Seite einsetzbar, weil Ümit Davala wohl doch längerfristig ausfällt. "Ich spiele lieber in der Mitte", sagt der kesse Pasanen, "doch ich bin auch bereit, rechts zu spielen." Mit Landsmann Pekka Lagerblom ging er zur Schule, spielte in einer Mannschaft. Der Kumpel über Pasanen: "Er schafft es in der Bundesliga."
Aus Bad Ragaz berichtet Hans-Günter Klemm