2006 gehe ich eh nicht hin, aber...

larsi
Mein minimales Wissen aus dem Informatikstudium half mir nicht, aber ein studentischer Kollege auffer Maloche meinte, daß man das Layout sicherlich anders gestalten könnte.
Wobei dieses Urteil auch sehr schnell fiel...
bastian
die form is schnuppe, es ist ein chip. das einzig wichtige an der form is, wieviel informationen drauf sollen. den gibts auch spiralförmig, einfach eckig, ausgefüllt (wie bei SIM-karten) etc...
MrBonde
Das Bild da ist eins von vier Designs, die die da auf der Herstellerseite zu betrachten haben. Vermutlich haben selbst die noch mehr und es gibt ja auch noch andere Hersteller. Das ist also weder "der" (einzige) RFID Chip, noch ist es gesagt oder auch nur wahrscheinlich, dass genau so ein Ding auf die WM-Eintrittskarten kommt. Ball flach halten, bevor man mit Halbwissen rumhantiert.
mazzo
war ja alles auch nur halbernst...
larsi
Hey Bonde, wenn Du schon pöbeln willst, oder mit "Ball flach halten" daher kommst, dann lese Dir auch die Beiträge durch.
Da fällt mir nichts zu ein!
Niemand schrieb, daß dieser Chip irgend etwas mit der WM zu tun hat/ haben wird.
Manmanman!
MrBonde
Was hat das mit pöbeln zu tun? Keiner hat direkt geschrieben, dass das Design was mit der WM zu tun hat, nein viel besser: Es wurde einfach direkt angenommen und dann weiter diskutiert, wie "lustig" das doch bei einer WM in Deutschland ist, wie ignorant der Verband ist, wer denn da eingeladen wäre usw usw. Da kann man wohl mal anmerken, dass das alles ziemlicher Unsinn ist.
larsi
Hmmm, halten wir es einfach wie Mazzo.
Ich werde es jedenfalls anstreben.


Simmer down,
Lars.
mazzo
njaa, dass die RFID-Chips zur WM2006 eingesetzt werden sollen ist kein Geheimnis, und das solcherart Veranstaltungen dann der Wegbereiter sind um die dann weiter woanders einzusetzen, dazu muss man nicht lang nachdenken.

Wenn das Design dieser Kundenüberwachungschips dann aber so aussieht, sei etwas Sarkasmus und Ironie erlaubt. Die Argumente gegen RFID gelten für mich im übrigen auch, wenn das Chip-Design als Raute konzipiert wäre.
toms
Hy larsi,
das Thema ist ja wieder einigermaßen eingefangen, aber ich will Dich mal bei deinbem ursprünglichen Anliegen unterstützen.
Datenschutzrechtlich ist das ganze mehr als Zweifelhaft. Wir haben im Grundgesetz und in der Rechtssprechnung ein sog."informationelles Recht auf Selbstbestimmung", d.h. jeder soll wissen, wer welche Daten von mir wofür und warum hat.
Will heißen, bei Einsatz einer solcher RFID-Technik beim Kauf einer Eintrittskarte müßte ich (eigentlich) gleichzeitig eine entsprechende Zweckbestimmungserklärung unterzeichnen, in der geregelt ist, wer wofür welche Daten von mir hat und was er damit macht. Tue ich das nicht, dürfen meine Daten nicht verwandt werden.... krieg ich dann ne Karte?
Wenn ich mir wirklich mal überlege, das ich "nur" ein banales Spiel mit einer Schweinslederblase (ok, das war mal....) sehen will und damit in eine Überwachungsmaschine gerate, die sich Orwell nur annähernd ausmalen konnte, mir graut´s.....
larsi
Könnte es sein, daß dieses "informationelle Recht auf Selbstbestimmung" schon in den AGBs abgehandelt wird?
An Daten ist mir nicht bekannt, was erhoben wird.
Name?
Anschrift?
Kreditkartennummer?

Fragen über Fragen, ich frag´mal wen, der sich mit "Ticketingsystemen" auskennt.
Südländer
Zitat:
Original von toms

Datenschutzrechtlich ist das ganze mehr als Zweifelhaft. Wir haben im Grundgesetz und in der Rechtssprechnung ein sog."informationelles Recht auf Selbstbestimmung", d.h. jeder soll wissen, wer welche Daten von mir wofür und warum hat.
Will heißen, bei Einsatz einer solcher RFID-Technik beim Kauf einer Eintrittskarte müßte ich (eigentlich) gleichzeitig eine entsprechende Zweckbestimmungserklärung unterzeichnen, in der geregelt ist, wer wofür welche Daten von mir hat und was er damit macht. Tue ich das nicht, dürfen meine Daten nicht verwandt werden.... krieg ich dann ne Karte?


Mir graut´s auch, aber trotzdem ein paar Anmerkungen:

Das "informationelle Recht auf Selbstbestimmung" kann wie alles verschieden ausgelegt werden. Im Zusammenhang mit der Datei Gewalttäter Sport wird die Sache ja anscheinend von Datenschützern überprüft. Das ist gut, aber die bisherige Haltung - jeder hat das Recht, sich über ihn gespeicherte Daten zu informieren - könnte auch bestätigt werden. (Ich halte stattdessen erst sowas wie eine "Informationspflicht" der Behörden/Unternehmen für ausreichend.) Bei RFID ist eine ähnliche Argumentation denkbar.

Beim Ticketkauf kannst Du Dein Einverständnis ganz fix erklären. Ein kleiner Hinweis in den AGBs dürfte schon genügen und Du bist durch Kauf auch mit allem möglichen einverstanden. Sonst keine Karte? Unwahrscheinlich ist das nicht.

Das ganze klingt für viele wahrscheinlich nach technisch-juristischen Nebensächlichkeiten, aber spätestens nach der WM werden wir allwöchentlich mit dem konfrontiert, was jetzt wie entschieden wird.

Edit: Über die Meinung von Leuten, die sich damit auskommen, würde ich mich freuen. Herr Dicht?
toms
Nein, Larsi, AGB ist nicht drin. Haben wir Banken ja auch versucht und sind mit auf´e Fresse gefallen.......
Du mußt für alles, wo jemand deine Daten sammelt, ausdrücklich wissen,
A) was für Daten er sammelt,
B) wofür er diese sammelt (sog. Zweckbestimmung)
C) Was er mit diesen Daten macht (Auswerten, für Werbezwecke nutzen, oder zurück zum Thema: um dich überall in der Stadt orten zu können:-)

MAcht derjenige irgendwas anderes mit den Daten (z.Bsp. an Adresenhändler verkaufen oder so), schwupps, Anzeige wegen Verstoß gegen das BDSG....

Der ganze Spaß stellt höhere Ansprüche an eine solche Formulierung und zum Glück erwacht langsam aber sicher so was wie ein Datenschutzbewußtsein in diesem Land. Wir haben gute Datenschützer, aber die finden leider nicht immer Gehör oder werden rechtzeitig gefragt....

One Man Army lebt! (Insider)
toms
@Südländer
Wir haben gleichzeitig geschrieben, daher gehe ich auf deinen Beitrag separat ein.

Das BDSG sieht tatsächlich eine Informationspflicht vor, wenn erstmals (und ohne deine vorherige Zustimmung!) Daten über dich gespeichert werden. Dieses "informationelle Recht" kann nicht unterschiedlich ausgelegt werden, es wird sogar durchs Grundgesetz als eines der Grundrechte anerkannt. Nicht zuletzt deshalb sind die Datenschützer ja auch an der GewalttäterSport-Geschichte dran. Allerdings ist der Gesetzgeber natürlich immer schnell dabei, sich Sachen durch z.Bsp. nachgeschobene Gesetzte zurechtzubiegen.

Beim Ticketkauf reicht die AGB nicht, siehe anderer Beitrag von mir.

Und vor dem, was uns noch alles in diesem netten Land blüht, graut mir ebenfalls. Eine Flächendeckende Kameraüberwachung wie in UK?

Mit dem Thema Datenschutz kenn ich mich berufsbedingt, wie man vielleicht sieht, durchaus ganz gut aus. Ob das im Zusammenhang mit Fussball "nur" technisch-juristische Nebensächlichkeit ist, lassen wir mal dahingestellt sein.
Ich jedenfalls will Fussbal schaun, nicht gleichzeitig irgendein Bewegungsprofil von mir erstellt wissen und nächste Woche den Briefkasten voll mit Werbung haben von Werbetrailern, bei denen ich im Stadion aufgesprungen bin.... oder ne Anzeige haben, weil ich zufällig bei ner Straftat 20 m nebenherstand und so ein Erfassungsgerät auch da war.
Und wie der Threadtitel schon sagt, bei den WM-Spielen trink ich eher mit Larsi ne Fanta in den einschlägigen Ethablissements.....
larsi
Es stellt sich für mich immer noch die Frage, ob es eine Grenze gibt, ab der man sein O.K. geben muß, daß die Daten gespeichert werden.
Fängt es beim Namen an, oder sind erst Kombinationen von z.B. Namen und Wohnort zu schützende Daten?
Oder wird der Datenschutz erst wichtig, wenn es um eine Speicherung der Daten über die Einlaßkontrolle hinaus geht?
Aber wie Herr Südländer schon sagte: Juristen mit Wissen über Datenschutz nach vorne.

Lars

P.S.: Für mich warst Du nie weg, One Man Army. WE ARE THE AWAYTEAM!
toms
Ach, das ist doch leicht (und von einem Nichtjuristen ) zu beantworten, den ein Blick ins Gesetzt erleichtert die Rechtsfindung....

Nach §3 BDSG sind personenbezogene Daten Einzelangaben über persönliche oder sachliche Verhältnisse einer bestimmten oder bestimmbaren Person

Heißt, dein Name ist (in unserem hier diskutierten Sinne) "Uninteressant", aber sobald irgendwas wie z.Bsp. Adresse, sexuelle Vorlieben oder Schuhgröße dazu kommt und du somit bestimmbar bist......

Beim nachlesen bin ich auf etwas gestoßen. Das "Recht auf info...Selbstbestimmung" ist einschränkbar per Gesetz, wenn dieses im Interesse der Allgemeinheit liegt. Würde aber in diesem Falle heißen, das Käufer einer solchen Karte automatisch eine Bedrohung für die Allgemeinheit (oder ein ähnlicher Grund) sein würden......
larsi
Zitat:
Original von toms
Nach §3 BDSG sind personenbezogene Daten Einzelangaben über persönliche oder sachliche Verhältnisse einer bestimmten oder bestimmbaren Person

Heißt, dein Name ist (in unserem hier diskutierten Sinne) "Uninteressant", aber sobald irgendwas wie z.Bsp. Adresse, sexuelle Vorlieben oder Schuhgröße dazu kommt und du somit bestimmbar bist......

Beim nachlesen bin ich auf etwas gestoßen. Das "Recht auf info...Selbstbestimmung" ist einschränkbar per Gesetz, wenn dieses im Interesse der Allgemeinheit liegt. Würde aber in diesem Falle heißen, das Käufer einer solchen Karte automatisch eine Bedrohung für die Allgemeinheit (oder ein ähnlicher Grund) sein würden......


Also:
Mein Name ist nichts heikles im Sinne des Datenschutzes. Wird denn die Verbindung vom Sitzplatz und Namen zu einem schützenswerten Datensatz?
Man sollte nicht von Bedrohung reden, die Sicherheitsleute werden das wahrscheinlich auch nicht. Es geht doch eher um Service, Fäschungssicherheit und last but not lest Gefahrenabwehr.
Man muß halt nur positiv denken.
Südländer
Zitat:
Original von larsi
Zitat:
Original von toms

Beim nachlesen bin ich auf etwas gestoßen. Das "Recht auf info...Selbstbestimmung" ist einschränkbar per Gesetz, wenn dieses im Interesse der Allgemeinheit liegt. Würde aber in diesem Falle heißen, das Käufer einer solchen Karte automatisch eine Bedrohung für die Allgemeinheit (oder ein ähnlicher Grund) sein würden......



Man sollte nicht von Bedrohung reden, die Sicherheitsleute werden das wahrscheinlich auch nicht. Es geht doch eher um Service, Fäschungssicherheit und last but not lest Gefahrenabwehr.
Man muß halt nur positiv denken.


Zuerst danke für die Aufklärung an toms! larsi hat eben absolut mehrheitsfähige Gründe für die Rechtseinschränkung genannt. Vor der WM werden wir sicherlich auch noch eine schöne Terrorabwehr-Debatte bekommen. Dann lässt sich mit dem Argument "Gefahrenabwehr" noch mehr durchsetzen.

Noch "gefährlicher" für interessierte Fankreise werden aber mMn die genannten Aspekte Service und Fälschungssicherheit. Da können verschiedene Faninteressen hervorragend gegeneinander ausgespielt werden, z.B. so: Die Lösung für einfaches, nachvollziehbares Ticketing, bei dem nebenbei noch der Schwarzmarkt bekämpft wird (sind wir ja alle für), liegt in personalisierten RFID-Karten. Der Datenschutz muss dafür leider etwas zurückstehen, aber selbstverständlich werden alle Anforderungen erfüllt usw.

"Ich bin ein altmodischer Typ
Ich will meine Würde zurück
In der Zeit der eisernen Hand"
(Superpunk)
toms
@Larsi
Ja, der Name wird in verbindung mit deinem Sitzplatz Personenbeziehbar. D.h. z.Bsp. eine Kamera nimmt auf, wie aus deiner Sitzplatzecke etwas aufs Feld fliegt, die Flugbahn wird errechnet und flux, war es Herr meier aus Reihe 12 in Block 2....... und weg mit dem Verbrecher....

@ Südländer - Bevor ich´s vergesse, wohnt Andree B. (alter Organisator der Bremer Szene aus den 80´ern) eigentlich noch in München?

Wir meinen schon beide das richtige. Problematisch wird es jedoch, wenn ich dich addressiere (durch den Chip aufm Ticket) und quer durch die Stadt/Gefahrenbereiche/ was auch immer Empfangsgeräte aufstelle....
Mann, wenn man sich das alles ausmalt.......