No Mercy Festival Freitag, 18.03.2005
Glauchau, Alte Spinnerei
Six Feet Under, Nile, Dark Funeral, Disbelief, Dying Fetus, Cataract, Wykked Wytch
Das No Mery Festival ist traditionell das erste Indoor Konzert des Jahres bei dem man die Halle betritt wenn es draußen noch hell ist.
Pünktlich 18 Uhr war Einlass in Glauchau wenn man sich denn vorher eine Karte besorgt hatte. Ein großes ausverkauft hing vor der Alten Spinnerei und das bei Preisen von immerhin 26 im Vorverkauf und gleichzeitig spielten auch noch Cradle of Filth, Moonspell und The Haunted in Leipzig.
Hohe Erwartungen lagen vor dem Konzert bei Nile und Six Feet Under. Nile hatten schon länger nicht mehr in Sachsen gespielt und Six Feet Under waren auf ihrer letzten Headliner Tour einfach nur schlecht.
Beginnen durften aber
Wykked Wytch. Ich möchte mich nicht unbeliebt machen und sage lieber gar nichts. Ich lasse lieber die CD-Kritik von planetheavymetal.de sprechen:
| Zitat: |
Na, wollt ihr mal so richtig derben Nervenarschmetal hören ? Eine Bratze, die euch durch ihr Gekeife so sehr die Nerven strapaziert, dass ihr sie am liebsten wie ein Wurf junger Katzen an die nächste Scheunenwand klatschen wollt ? Und das über knapp 40 Minuten ? Ja ? Gut, dann hört euch Wykked Witch aus dem sonnigen Florida an. Denn die Band liefert euch all das, was ihr wollt. Das schlimme ist, einige Songs dieser auf Thrash und Death mit einem Schuß Hardcore orientierten Band, sind gar nicht mal so schlecht. Nur leider macht da eine Psychopathenfrontfrau auf Speed und Pep, die ganzen Songs einfach kaputt. Also, wenn ihr jemandem die Freundschaft kündigen wollt, dieser Haufen Plastik ist dafür ideal.
Menschenskinder, auch wenn es jetzt chauvinistisch klingt. Es gibt für Frauen wie dich so tolle Jobs. Putzfrau im Burger King, Kartoffelschnipplerin bei Stöver, oder rühr doch einfach die Soße bei Zameks tollem Teller um, aber bitte, bitte halt die Fresse. |
Besser hätte ich es auch nicht ausdrücken können. Ein Großteil der Anwesenden erkannte erst als das Licht anging, dass es sich bei Wykked Wytch um ne Band mit Sängerin handelt.
Cataract passten eigentlich überhaupt nicht in das Billing als einzige Metalcore Band. No Mercy Festival und X-Mass Festival sind Ende der 90er als Festivals gestartet bei denen abwechselnd ne Black-und Deathmetal Band spielte. Jetzt wird versucht die Metalcore Leute in die Konzerthalle zu locken.
Funktioniert hat es ziemlich gut, denn je länger Cataract spielten, je mehr ging das Publikum mit. Mit und nicht ab, denn dafür war das Publikum zu alt. Jedenfalls im Vergleich zu Metalcore Konzerten.
Auf dem Weg zum Bierstand traf ich dann Dedicated One von Wallsoffire.com. Ihren Livebericht findet ihr hier:
http://www.wallsoffire.de/Live/show_live.php3?live_id=307
Das Mädel hatte mal wieder ne Flasche Bier in der Hand, d.h. sie trieb sich mal wieder Backstage rum. Dort hatte sie Joe Pain kennengelernt mit dem wir uns kurz unterhielten. Er ist der neue Bassist von Nile und erst 20 Jahre alt aber schon ne verdammte Rockstarsau. Fazit unseres Gespräches: Er kommt sich bei Nile nur noch dann fremd vor wenn die anderen über Konzertbesuche reden und er feststellen muss, dass er da erst 5 Jahre alt war. Ansonsten ist er restlos begeistert.
Technisch filigran, komplexe Songstrukturen, tiefe Growls:
Dying Fetus stehen auf der Bühne. Ein sehr überzeugender Auftritt, vor allem, da heute in der Alten Spinnerei endlich auch mal der Sound gut war. Dying Fetus spielten ihr Programm sehr gut runter, aber für ein Livekonzert sind ihre Songs einfach zu anspruchsvoll.. Trotzdem beide Daumen hoch für Dying Fetus.
Die erste Band, die 45 Minuten spielen durfte, hatte es sich auch durch die letzten beiden Alben und intensivster Touren wirklich verdient. Ob
Disbelief überhaupt Deathmetal spielen überlasse ich euch zu bewerten. Jaggers Stimme ist aber definitiv Deathmetal pur. 45 Minuten nur Hits und keine Zeit Luft zu holen. Disbelief gingen ab und wurden fast zur Band des Abends. Aber an diesem Abend gab es bis auf ne rothaarige Sängerin keine Ausfälle.
Setlist Disbelief:
Sick
Crawl
Ethic Instinct
God? Master!
Misery
To the sky
For god
Rewind it all
Als Emperor Magus Caligula ohne Bass und mit offener Weste die Bühne betrat hatte ich schon schlimmste Befürchtungen. Rückblick: Im Dezember standen beim X-Mass Festival Marduk mit neuem Sänger auf der Bühne, der auch in offener Jacke auf der Bühne stand, und lieferten einen grottenschlechten Auftritt ab. Aber
Dark Funerals Auftritt war gut. Für meinen Geschmack hatte Emperor Magus Caligula ohne Bass zu viel Bewegungsfreiheit und war zu viel am posen. Dagegen stand der neue Bassist nur in der Ecke rum und bewegte sich nicht. Aber Dark Funeral scheinen sich sowieso spätestens seit ihrem letzten Livealbum nicht mehr der Black Metal Szene zugehörig zu fühlen. 45 Minuten Highlights quer durch die Bandgeschichte und eine gut spielende Band bewegte die ersten Reihen dazu mitzugehen. Leider schwappte die Stimmung aber auch nicht weiter über.
Setlist Dark Funeral:
Arrival of Satans Empire
Ravenna Stigoi Mortii
Hail Murder
When Angels forever die
Thus I have spoken
An Apprentice of Satan
Goddes of Sodomy
The secrets of the black arts
Open the gates
Armageddon finally comes
Das änderte sich aber bei
Nile. Mit zwei neuen Musikern und ein drei neuen Songs präsentierte man sich mal wieder in Deutschland. 2003 sah ich Nile zuletzt in Wacken und war restlos begeistert. Im Vergleich zu Wacken gab es nur zwei Kleinigkeiten zu kritisieren: Die Lichtshow war in Wacken besser und aufgrund der längeren Spielzeit konnte man den Überhit Unas Slayer of the gods spielen. Trotzdem waren Nile die Band des Abends. Hier stimmte einfach alles. Songauswahl, Sound, Stimmung im Publikum. Wobei Stimmung im Publikum bei Nile schwierig ist. Die komplexen Songs erlauben oft kein Bangen, sondern nur ein einfaches Nicken. Eine Stunde Spielzeit und allen Konzertbesuchern war klar, dass Nile in Zukunft dank ihrer beiden neuen Mitglieder noch besser werden. Besonders der 20jährigen Joe Pain verausgabte sich total. Propellerbanging, Bass spielen, Gesangsparts übernehmen und in den Pausen zwischen den Songs mit den Fans abklatschen. Der Kerl hat Spaß an der Möglichkeit, die ihm Nile bieten.
Six Feet Under hatten einiges gutzumachen nach ihrem besch... Auftritten auf ihrer letzten Headliner Tour. Die Auftritte dauerten nie länger als 60 Minuten. Gut waren sie aber trotzdem. In Glauchau merkte man aber besonders Chris Barnes die Freude am Auftritt an. Vielleicht war es aber auch nur neuer und besserer Stoff. Jedenfalls habe ich noch nie so viele fucks in 80 Minuten Spielzeit gehört wie bei diesem Auftritt. Im Gegensatz zur Kollegin von Walls of Fire habe ich mir auch den Auftritt von Six Feet Under angeschaut und bin nicht mit nem rothaarigen Bassisten im Backstagebereich verschwunden.
Six Feet Under hauten alle Hits raus und auch einige neue Lieder, die live wirklich besser klingen als auf CD. Was mich sehr freute, war, dass endlich auf die Coversongs in der Setlist verzichtet wurde. Sogar TNT wurde nicht gespielt.
Bei Six Feet Under wagten sich dann auch die ersten Stagediver auf die Bühne und die Security reagierte gewohnt aggressiv. Der Gitarrist versuchte noch einmal zu beschlichtigen aber eigentlich war die Vorgehensweise der Security nicht übermäßig hart im Vergleich zu anderen Konzerten. Chris Barnes sah das wohl ein bisschen anders und sprach in der Zugabe-Pause mit den Securities vom Bühnenbereich. Zurück auf der Bühne machte er die Ansage If someone hurts our fans, I will hurt him oder so ähnlich und lud die Fans zum Stagediven ein. Das gefiehl dann aber einem der Securities nicht und dieser wollte das mit Chris Barnes ausdiskutieren. Barnes wollte aber nicht und zeigte das mit einem schlagräftigen Argument auf die Nase des Security-Ronnys, worauf der sich lieber zurückzog. Die Stimmung war jetzt am kochen und die Bühne frei. 15 Minuten Zugabe.
Das No Mercy Festival ist jetzt schon eines der absoluten Konzerthighlights dieses Jahres: 7 Bands, davon 6 auf absolut hohem Niveau. No Mercy ich liebe dir.