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Polizei wirft 119 Fußball-Fanatiker nach Sitzblockade aus dem Stadion
"Ultras" wollten Teile der Nordkurve besetzen – Rädelsführer müssen mit Stadionverbot bei Eintracht rechnen
Von Jörg Fiene
Fußball-Drittligist Eintracht Braunschweig hat ein neues Problem mit seinen sogenannten Fans. Beim Heimspiel gegen Rot-Weiß Erfurt sprach die Polizei kurz nach Anpfiff Platzverweise gegen 119 zum Teil gewaltbereite Besucher aus, darunter zahlreiche Minderjährige.
Gestern berieten die Verantwortlichen des Vereins mit Polizei und Fanprojekt das weitere Vorgehen im Umgang mit den "Ultras", wie sich die Gruppe der Fußball-Fanatiker bezeichnet. Eintracht-Geschäftsführer Sören-Oliver Voigt kündigte gegenüber unserer Zeitung für heute eine Erklärung an.
Das Problem: Die Hooligan-Gruppe, wie Polizeisprecher Joachim Grande sie nennt, beansprucht neuerdings den Block 15 in der Nordkurve für sich – in unmittelbarer Nachbarschaft zum Block des Gäste-Anhangs.
Wie Grande erklärte, hätten sie dieses Ansinnen auf Plakaten bereits vor dem ersten Saison-Heimspiel in der Stadt sowie an einer Autobahnbrücke bekannt gemacht ("Block 15 den Ultras").
Der Verein habe sich daher auch entschlossen, gar keine Karten erst für die Nordkurve zu drucken, damit diese nicht in die Hände Gewaltbereiter gelangen konnten. "Dann hätten sich die Ultras ganz legitim Zutritt zum Block 15 verschaffen können", sagte Grande
Dieses Vorgehen habe letztlich auch, so der Polizeisprecher, zum Eintrittskartenmangel, zu langen Schlangen vor den Kassenhäuschen und zur Verärgerung von Stadionbesuchern geführt, die deshalb den Spielbeginn verpassten (wir berichteten). "Der Verein hat mit Blick auf die Sicherheit richtig gehandelt, zumal alle Partien gegen Ostvereine ohnehin als Sicherheitsspiele eingestuft sind", so Grande.
Am Stadion hatten sich vor dem Anpfiff abenteuerliche Szenen abgespielt: Zunächst habe sich die Gruppe zu einer friedlichen Sitzblockade zwischen Osttribüne und Nordkurve zusammengerottet, nachdem der Zutritt zu Block 15 nicht gelungen sei. Kurz nach Spielbeginn habe sich der Pulk in Bewegung gesetzt in Richtung Haupttribüne – laut Grande mit Schmährufen und Beleidigungen gegen den neuen Sicherheitsbeauftragten des Vereins.
An der großen Rampe zum Stadion habe die Polizei die Gruppe umstellt. "Es hat nie akute Gefahr bestanden, wir konnten uns aber nicht sicher sein, ob die Lage nicht eskalieren würde", begründete Grande. Nach der Aufnahme der Personalien verwiesen die Beamten die 119 Frauen, Männer und Jugendlichen des Geländes – einige von ihnen nicht älter als 13 Jahre.
Grande sagte gestern: "Wir werden strafrechtlich wegen Beleidigung ermitteln. In welchem Umfang, das ist noch offen." Die Rädelsführer werden aller Voraussicht nach auch mit einem längeren Stadionverbot rechnen müssen.
Donnerstag, 07.08.2008
Quelle
"Ultras" wollten Teile der Nordkurve besetzen – Rädelsführer müssen mit Stadionverbot bei Eintracht rechnen
Von Jörg Fiene
Fußball-Drittligist Eintracht Braunschweig hat ein neues Problem mit seinen sogenannten Fans. Beim Heimspiel gegen Rot-Weiß Erfurt sprach die Polizei kurz nach Anpfiff Platzverweise gegen 119 zum Teil gewaltbereite Besucher aus, darunter zahlreiche Minderjährige.
Gestern berieten die Verantwortlichen des Vereins mit Polizei und Fanprojekt das weitere Vorgehen im Umgang mit den "Ultras", wie sich die Gruppe der Fußball-Fanatiker bezeichnet. Eintracht-Geschäftsführer Sören-Oliver Voigt kündigte gegenüber unserer Zeitung für heute eine Erklärung an.
Das Problem: Die Hooligan-Gruppe, wie Polizeisprecher Joachim Grande sie nennt, beansprucht neuerdings den Block 15 in der Nordkurve für sich – in unmittelbarer Nachbarschaft zum Block des Gäste-Anhangs.
Wie Grande erklärte, hätten sie dieses Ansinnen auf Plakaten bereits vor dem ersten Saison-Heimspiel in der Stadt sowie an einer Autobahnbrücke bekannt gemacht ("Block 15 den Ultras").
Der Verein habe sich daher auch entschlossen, gar keine Karten erst für die Nordkurve zu drucken, damit diese nicht in die Hände Gewaltbereiter gelangen konnten. "Dann hätten sich die Ultras ganz legitim Zutritt zum Block 15 verschaffen können", sagte Grande
Dieses Vorgehen habe letztlich auch, so der Polizeisprecher, zum Eintrittskartenmangel, zu langen Schlangen vor den Kassenhäuschen und zur Verärgerung von Stadionbesuchern geführt, die deshalb den Spielbeginn verpassten (wir berichteten). "Der Verein hat mit Blick auf die Sicherheit richtig gehandelt, zumal alle Partien gegen Ostvereine ohnehin als Sicherheitsspiele eingestuft sind", so Grande.
Am Stadion hatten sich vor dem Anpfiff abenteuerliche Szenen abgespielt: Zunächst habe sich die Gruppe zu einer friedlichen Sitzblockade zwischen Osttribüne und Nordkurve zusammengerottet, nachdem der Zutritt zu Block 15 nicht gelungen sei. Kurz nach Spielbeginn habe sich der Pulk in Bewegung gesetzt in Richtung Haupttribüne – laut Grande mit Schmährufen und Beleidigungen gegen den neuen Sicherheitsbeauftragten des Vereins.
An der großen Rampe zum Stadion habe die Polizei die Gruppe umstellt. "Es hat nie akute Gefahr bestanden, wir konnten uns aber nicht sicher sein, ob die Lage nicht eskalieren würde", begründete Grande. Nach der Aufnahme der Personalien verwiesen die Beamten die 119 Frauen, Männer und Jugendlichen des Geländes – einige von ihnen nicht älter als 13 Jahre.
Grande sagte gestern: "Wir werden strafrechtlich wegen Beleidigung ermitteln. In welchem Umfang, das ist noch offen." Die Rädelsführer werden aller Voraussicht nach auch mit einem längeren Stadionverbot rechnen müssen.
Donnerstag, 07.08.2008
Quelle