Polizei wirft 119 Fußball-Fanatiker nach Sitzblockade aus dem Stadion

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Polizei wirft 119 Fußball-Fanatiker nach Sitzblockade aus dem Stadion

"Ultras" wollten Teile der Nordkurve besetzen – Rädelsführer müssen mit Stadionverbot bei Eintracht rechnen
Von Jörg Fiene

Fußball-Drittligist Eintracht Braunschweig hat ein neues Problem mit seinen sogenannten Fans. Beim Heimspiel gegen Rot-Weiß Erfurt sprach die Polizei kurz nach Anpfiff Platzverweise gegen 119 zum Teil gewaltbereite Besucher aus, darunter zahlreiche Minderjährige.

Gestern berieten die Verantwortlichen des Vereins mit Polizei und Fanprojekt das weitere Vorgehen im Umgang mit den "Ultras", wie sich die Gruppe der Fußball-Fanatiker bezeichnet. Eintracht-Geschäftsführer Sören-Oliver Voigt kündigte gegenüber unserer Zeitung für heute eine Erklärung an.

Das Problem: Die Hooligan-Gruppe, wie Polizeisprecher Joachim Grande sie nennt, beansprucht neuerdings den Block 15 in der Nordkurve für sich – in unmittelbarer Nachbarschaft zum Block des Gäste-Anhangs.

Wie Grande erklärte, hätten sie dieses Ansinnen auf Plakaten bereits vor dem ersten Saison-Heimspiel in der Stadt sowie an einer Autobahnbrücke bekannt gemacht ("Block 15 den Ultras").

Der Verein habe sich daher auch entschlossen, gar keine Karten erst für die Nordkurve zu drucken, damit diese nicht in die Hände Gewaltbereiter gelangen konnten. "Dann hätten sich die Ultras ganz legitim Zutritt zum Block 15 verschaffen können", sagte Grande

Dieses Vorgehen habe letztlich auch, so der Polizeisprecher, zum Eintrittskartenmangel, zu langen Schlangen vor den Kassenhäuschen und zur Verärgerung von Stadionbesuchern geführt, die deshalb den Spielbeginn verpassten (wir berichteten). "Der Verein hat mit Blick auf die Sicherheit richtig gehandelt, zumal alle Partien gegen Ostvereine ohnehin als Sicherheitsspiele eingestuft sind", so Grande.

Am Stadion hatten sich vor dem Anpfiff abenteuerliche Szenen abgespielt: Zunächst habe sich die Gruppe zu einer friedlichen Sitzblockade zwischen Osttribüne und Nordkurve zusammengerottet, nachdem der Zutritt zu Block 15 nicht gelungen sei. Kurz nach Spielbeginn habe sich der Pulk in Bewegung gesetzt in Richtung Haupttribüne – laut Grande mit Schmährufen und Beleidigungen gegen den neuen Sicherheitsbeauftragten des Vereins.

An der großen Rampe zum Stadion habe die Polizei die Gruppe umstellt. "Es hat nie akute Gefahr bestanden, wir konnten uns aber nicht sicher sein, ob die Lage nicht eskalieren würde", begründete Grande. Nach der Aufnahme der Personalien verwiesen die Beamten die 119 Frauen, Männer und Jugendlichen des Geländes – einige von ihnen nicht älter als 13 Jahre.

Grande sagte gestern: "Wir werden strafrechtlich wegen Beleidigung ermitteln. In welchem Umfang, das ist noch offen." Die Rädelsführer werden aller Voraussicht nach auch mit einem längeren Stadionverbot rechnen müssen.
Donnerstag, 07.08.2008

Quelle
oXe
kopfnuss
Das Presseforum ist nur für Artikel die Werder betreffen!
SVW-Stephan
Zitat:
Bericht Fansmedia: http://www.fansmedia.org/index.php?optio...id=83&Itemid=85


Sensationeller Beitrag, sogar mit Nazi-Vergleich. Dafür gibts von mir volle 0 Punkte. Weiter so!
breke
Der Bericht ist Wahrlich einer der "schlechteren" Publikationen auf Fansmedia.
Der Vergleich mit dem ehm. NS-Regime ist nicht nur leichfertig platziert sondern relativiert auch Verbrechen bzw. Kriegsverbrechen.
Ich möchte nun nichts rechtfertigen, jedoch glaube ich das nicht viele Menschen die sich in einer solchen Situation befanden respektive befinden, beim schreiben eines emotional gehaltenen Bericht Ihre (falls vorhanden) auf ihre automatische Reflexion verlassen können.
SVW-Stephan
Zitat:
Original von breke
Der Vergleich mit dem ehm. NS-Regime ist nicht nur leichfertig platziert sondern relativiert auch Verbrechen bzw. Kriegsverbrechen.


Genau das ist der entscheidende Punkt.
Aber bei der Inszenierung der eigenen Opferrolle ist offensichtlich kein Vergleich zu gewagt. Fragt sich letztlich nur, ob so ein verschobenes Selbstbild auf mangelhafte Selbstreflektion, ein unbefriedigtes Wichtigkeitsgefühl oder schlichtweg mangelndes Hirn zurückzuführen ist. Hoffen wir mal, dass der Bericht der Feder eines 13-jährigen entsprungen ist, da hätte ich wenigstens noch Hoffnung auf einen gewissen Erkenntnisprozess in der Zukunft.
oXe
Zitat:
Unterdessen wurden aber durchgehend andere Eintracht-Fans an der Ordnerkette, welche die Ultras umgab, vorbei in die Nordkurve gelassen, so dass die Einteilung in verschiedene Fanklassen sichtbar wurde und der Eindruck einer Selektion, wie sie einst Verfolgte des NS-Regimes erleiden mussten, entstand.


Sehr dümmlich. Ist aber nicht das erste mal das sowas in solchen Berichten vorkommt oder? Meine mich an iwas dunkel zu erinnern.
kr4ps
Richtig. Zuletzt wurde ein ähnlicher Vergleich bei den Geschehnissen um das Spiel Reutlingen - Aalen gewählt..

http://board.fanszene-bremen.net/thread.php?threadid=9781
Suffältester
Keine Ahnung wo das ursprünglich her kommt. Also in der Hoffnung das nichts gefälscht wurde:

Wortführer der Ultras dürfen für lange Zeit nicht mehr ins Stadion
Konflikt zwischen Eintracht und Fußball-Fanatikern verhärtet – Polizei: Sie sind aus der Anonymität herausgelöst

Von Jörg Fiene


Fußball-Drittligist Eintracht Braunschweig wird 15 führenden Köpfen der sogenannten Ultras langfristige Stadionverbote erteilen. Zahlreiche weitere Angehörige dieser Fangruppe dürfen Heimspiele nur noch unter Auflagen besuchen.

Krisenstimmung bei Eintracht. Seit drei Tagen beraten die Verantwortlichen des Klubs mit Polizei und Fanprojekt über die Geschehnisse während des Heimspiels am Sonntag gegen Rot-Weiß Erfurt – und die Konsequenzen. Wie gestern berichtet, hatte die Polizei Platzverweise gegen 119 Mitglieder der Ultras erteilt. Überwiegend gegen Jugendliche und Heranwachsende – zwei von ihnen gerade 13 Jahre alt.

Die Strafen

Sitzblockade an der Nordkurve, Protestmarsch um die Ränge, dazu der Versuch, im Pulk auf die Haupttribüne zu drängen, megaphon-verstärkte Beleidigungen gegen Eintrachts Sicherheitsbeauftragten und die Polizeibeamten. Für Eintracht-Geschäftsführer Sören Oliver Voigt klare Verstöße gegen die Hausordnung, die Stadionverbote gegen die Wortführer rechtfertigten.

Was der Klub unter "langfristig" versteht, sei noch nicht abschließend beraten, erklärt Sicherheitsbeauftragter Bastian Böhm gestern. Für den Großteil der Gruppe heißt es künftig Fußball auf Bewährung. Sie dürfen ins Stadion, müssen sich aber an Auflagen halten.

Polizei-Einsatzleiter Gerhard Radeck erhofft sich aus der abgemilderten Strafe auch erzieherische Effekte. Voigt verspürt die vage Chance, die zumeist Jugendlichen wieder in die herkömmliche Anhängerschaft eingliedern zu können.

Sicher ist: Alle 119 polizeilich Erfassten werden im Kommissariat Nord vorsprechen müssen. "Bei den Minderjährigen haben wir auch die Eltern vorgeladen. Sie alle sind jetzt aus der Anonymität herausgelöst, sind auch bei Auswärtsspielen den dortigen Einsatzkräften bekannt", so Radeck, der gestern polizeiliche Äußerungen widerrief, wonach die Ultras in die Kategorie von Gewaltfans oder Hooligans einzureihen seien.

Der Polizeieinsatz

Unumstößlich stehen Radeck und Einsatzdienstleiter Uwe Harm hinter dem Vorgehen der Polizei. In Internetforen wird den Beamten und Ordnern der Eintracht unter anderem vorgehalten, sie hätten wahllos zugetreten und die Gruppe bei praller Sonne über eine Stunde lang eingekesselt.

Radeck sagt: "Es ist alles per Video dokumentiert. Es ging keine Gewalt von der Polizei aus. Das liegt alles bei der Staatsanwaltschaft. Natürlich kam es zu Konfrontationen mit den Ordnern, als die Gruppe den Block 3 stürmen wollte. Das ist nachvollziehbar." Das Einkreisen der Gruppe habe allein dazu gedient, die spätere Identifizierung sicherzustellen. Radeck: "Das war in 20 Minuten erledigt."

Der Konflikt

Der Kern des Konflikts aber ist längst nicht erreicht. Verein und Fanprojekt erwarten ein Entgegenkommen der Ultras, die wiederum sehen den Klub im Zugzwang. Ausgang ungewiss.

Es geht in der Südkurve um unvereinbare Fanphilosophien, Auftreten, ständiges Fahnengeschwenke, unendliche Gesänge und Bierbecher-Würfe. Ultras und andere Fans in Block 9 vertragen sich nicht miteinander.

Gerade in der letzten Spielzeit häuften sich die Auseinandersetzungen – auch mit gewalttätigem Ausgang. Die Ultras beanspruchten deshalb Block 15 in der Nordkurve für sich – in Nachbarschaft zum Block der Gästefans. Provokationen programmiert, fürchtet Voigt. Deshalb lehnen Klub, Polizei und Fußball-Bund den Umzug der Ultras ab. Dagegen richtete sich der Protest am Sonntag. Der Verzicht auf eine Sonderbehandlung der auf 200 Mitglieder geschätzten Fangruppe löste gestern auch beifällige Internet-Einträge beim Eintracht-Anhang aus.

Die Ultras

Die Ultra-Bewegung hat ihre Wurzeln in Italien. Die Braunschweiger Mitglieder bezeichnen sich auf ihrer Internetseite als leidenschaftliche und fanatische Fußballfans. Politische Botschaften gegen Kommerzialisierung, das gezielte Zugehen auf Jugendliche, das Streben nach "omnipräsenten Idealen", wie es im Internet heißt, sowie ihre ausgeprägte optische und akustische Präsenz in Stadien werden kritisch diskutiert. Polizeibeamter Harm spricht von einer klaren Struktur der Braunschweiger Gruppierung, mit gebildeten Köpfen als Antreiber.

Philipp Eitel (3cool ist einer der Braunschweiger Ultras. Er hält Eintracht in der aktuellen Situation mangelnde Kompromiss- und Gesprächsbereitschaft vor. Die Ultras seien angesichts der "für alle Beteiligten unerträglichen Zustände" in der Südkurve initiativ geworden, hätten selbst eine Alternative vorgeschlagen. Das Sicherheitsproblem sei von den Eintracht-Verantwortlichen indes heraufbeschworen worden. Die Stadionverbote bezeichnete der Rechtsanwalt als lächerlich: "Man wird das gegebenenfalls gerichtlich überprüfen lassen müssen." Wer im Fanblock eines Stadions Fußball in aller Ruhe schauen will, sagt er, der sei am falschen Ort.

Das Ticket-Chaos

Viele konnten gar nicht oder erst verspätet die Eintracht am Sonntag sehen, weil sie vor dem Stadion standen und erst nach Anpfiff Kartten kaufen konnten. "Das war kein Versagen des Ticketverkaufs oder am Einlass. Das war eine gezielte Sicherheitsaktion, die wir aus strategischen Gründen vorher nicht ankündigen konnten. Wir wussten, dass die Ultras eine Aktion planen, und mussten sicherstellen, dass sie auf dem Stadiongelände sind, bevor wir weitere Karten ausgeben konnten", erklärte Voigt das Chaos vor den Kassenhäuschen.
Tobi aus Essen
Zitat:
Original von Suffältester
Keine Ahnung wo das ursprünglich her kommt. Also in der Hoffnung das nichts gefälscht wurde:

Wortführer der Ultras dürfen für lange Zeit nicht mehr ins Stadion
Konflikt zwischen Eintracht und Fußball-Fanatikern verhärtet – Polizei: Sie sind aus der Anonymität herausgelöst

Von Jörg Fiene


Fußball-Drittligist Eintracht Braunschweig wird 15 führenden Köpfen der sogenannten Ultras langfristige Stadionverbote erteilen. Zahlreiche weitere Angehörige dieser Fangruppe dürfen Heimspiele nur noch unter Auflagen besuchen.

Krisenstimmung bei Eintracht. Seit drei Tagen beraten die Verantwortlichen des Klubs mit Polizei und Fanprojekt über die Geschehnisse während des Heimspiels am Sonntag gegen Rot-Weiß Erfurt – und die Konsequenzen. Wie gestern berichtet, hatte die Polizei Platzverweise gegen 119 Mitglieder der Ultras erteilt. Überwiegend gegen Jugendliche und Heranwachsende – zwei von ihnen gerade 13 Jahre alt.

Die Strafen

Sitzblockade an der Nordkurve, Protestmarsch um die Ränge, dazu der Versuch, im Pulk auf die Haupttribüne zu drängen, megaphon-verstärkte Beleidigungen gegen Eintrachts Sicherheitsbeauftragten und die Polizeibeamten. Für Eintracht-Geschäftsführer Sören Oliver Voigt klare Verstöße gegen die Hausordnung, die Stadionverbote gegen die Wortführer rechtfertigten.

Was der Klub unter "langfristig" versteht, sei noch nicht abschließend beraten, erklärt Sicherheitsbeauftragter Bastian Böhm gestern. Für den Großteil der Gruppe heißt es künftig Fußball auf Bewährung. Sie dürfen ins Stadion, müssen sich aber an Auflagen halten.

Polizei-Einsatzleiter Gerhard Radeck erhofft sich aus der abgemilderten Strafe auch erzieherische Effekte. Voigt verspürt die vage Chance, die zumeist Jugendlichen wieder in die herkömmliche Anhängerschaft eingliedern zu können.

Sicher ist: Alle 119 polizeilich Erfassten werden im Kommissariat Nord vorsprechen müssen. "Bei den Minderjährigen haben wir auch die Eltern vorgeladen. Sie alle sind jetzt aus der Anonymität herausgelöst, sind auch bei Auswärtsspielen den dortigen Einsatzkräften bekannt", so Radeck, der gestern polizeiliche Äußerungen widerrief, wonach die Ultras in die Kategorie von Gewaltfans oder Hooligans einzureihen seien.

Der Polizeieinsatz

Unumstößlich stehen Radeck und Einsatzdienstleiter Uwe Harm hinter dem Vorgehen der Polizei. In Internetforen wird den Beamten und Ordnern der Eintracht unter anderem vorgehalten, sie hätten wahllos zugetreten und die Gruppe bei praller Sonne über eine Stunde lang eingekesselt.

Radeck sagt: "Es ist alles per Video dokumentiert. Es ging keine Gewalt von der Polizei aus. Das liegt alles bei der Staatsanwaltschaft. Natürlich kam es zu Konfrontationen mit den Ordnern, als die Gruppe den Block 3 stürmen wollte. Das ist nachvollziehbar." Das Einkreisen der Gruppe habe allein dazu gedient, die spätere Identifizierung sicherzustellen. Radeck: "Das war in 20 Minuten erledigt."

Der Konflikt

Der Kern des Konflikts aber ist längst nicht erreicht. Verein und Fanprojekt erwarten ein Entgegenkommen der Ultras, die wiederum sehen den Klub im Zugzwang. Ausgang ungewiss.

Es geht in der Südkurve um unvereinbare Fanphilosophien, Auftreten, ständiges Fahnengeschwenke, unendliche Gesänge und Bierbecher-Würfe. Ultras und andere Fans in Block 9 vertragen sich nicht miteinander.

Gerade in der letzten Spielzeit häuften sich die Auseinandersetzungen – auch mit gewalttätigem Ausgang. Die Ultras beanspruchten deshalb Block 15 in der Nordkurve für sich – in Nachbarschaft zum Block der Gästefans. Provokationen programmiert, fürchtet Voigt. Deshalb lehnen Klub, Polizei und Fußball-Bund den Umzug der Ultras ab. Dagegen richtete sich der Protest am Sonntag. Der Verzicht auf eine Sonderbehandlung der auf 200 Mitglieder geschätzten Fangruppe löste gestern auch beifällige Internet-Einträge beim Eintracht-Anhang aus.

Die Ultras

Die Ultra-Bewegung hat ihre Wurzeln in Italien. Die Braunschweiger Mitglieder bezeichnen sich auf ihrer Internetseite als leidenschaftliche und fanatische Fußballfans. Politische Botschaften gegen Kommerzialisierung, das gezielte Zugehen auf Jugendliche, das Streben nach "omnipräsenten Idealen", wie es im Internet heißt, sowie ihre ausgeprägte optische und akustische Präsenz in Stadien werden kritisch diskutiert. Polizeibeamter Harm spricht von einer klaren Struktur der Braunschweiger Gruppierung, mit gebildeten Köpfen als Antreiber.

Philipp Eitel (3cool ist einer der Braunschweiger Ultras. Er hält Eintracht in der aktuellen Situation mangelnde Kompromiss- und Gesprächsbereitschaft vor. Die Ultras seien angesichts der "für alle Beteiligten unerträglichen Zustände" in der Südkurve initiativ geworden, hätten selbst eine Alternative vorgeschlagen. Das Sicherheitsproblem sei von den Eintracht-Verantwortlichen indes heraufbeschworen worden. Die Stadionverbote bezeichnete der Rechtsanwalt als lächerlich: "Man wird das gegebenenfalls gerichtlich überprüfen lassen müssen." Wer im Fanblock eines Stadions Fußball in aller Ruhe schauen will, sagt er, der sei am falschen Ort.

Das Ticket-Chaos

Viele konnten gar nicht oder erst verspätet die Eintracht am Sonntag sehen, weil sie vor dem Stadion standen und erst nach Anpfiff Kartten kaufen konnten. "Das war kein Versagen des Ticketverkaufs oder am Einlass. Das war eine gezielte Sicherheitsaktion, die wir aus strategischen Gründen vorher nicht ankündigen konnten. Wir wussten, dass die Ultras eine Aktion planen, und mussten sicherstellen, dass sie auf dem Stadiongelände sind, bevor wir weitere Karten ausgeben konnten", erklärte Voigt das Chaos vor den Kassenhäuschen.


Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/menuid/2048/artid/8887576

Bitte.
seoul
Zitat:
08.08.2008 08:34
Erklärung von Eintracht Braunschweig zu den Vorkommnissen am vergangenen Sonntag

Zu den Vorfällen beim Spiel Eintracht Braunschweig gegen Rot-Weiß Erfurt am 03.08.2008 erklärt Eintracht Braunschweig folgendes:

Der Verein bzw. die GmbH & Co. KGaA (Mitglieder des Präsidiums, Geschäftsführung, Sicherheitsbeauftragter und Fanbeauftragte) sowie das Fanprojekt Braunschweig saßen in den letzten Monaten mehrmals mit der Gruppe Ultras Braunschweig 2001 (UB01) zusammen, um Probleme und Anliegen, die Eintracht Braunschweig und UB01 betreffen, zu diskutieren.

Zentraler Punkt der letzten Gespräche war der Wunsch der Gruppe Ultras Braunschweig 2001, einen Standortwechsel von der Südkurve in die Nordkurve vorzunehmen. Dieses Anliegen wurde in mehreren Gesprächen und in verschiedenen Gremien ausführlich diskutiert.
In der Saison 2008/2009 werden eine hohe Anzahl der eigenen Heimspiele - wie auch das Spiel gegen Erfurt - vom Deutschen Fußball Bund (DFB) als Spiele mit erhöhtem Sicherheitsrisiko eingestuft. Bei diesen Spielen sind Sicherheitsvorkehrungen zu treffen, die mit der Polizei und dem DFB abgestimmt sein müssen.
Ein geschlossenes Auftreten der Gruppe UB01 an dem gewünschten neuen Standort in der Nordkurve führt nach Überzeugung von Eintracht Braunschweig, der Polizei und des Deutschen Fußball Bund zu einem erhöhten Sicherheitsrisiko im Bereich der Nordkurve. Dies begründet sich insbesondere dadurch, dass ein organisiertes und gesteuertes Auftreten der UB01 in der Nordkurve, aufgrund der räumlichen Nähe, einen anderen Einfluss auf die Gästefans und damit auch auf die Sicherheitssituation hat, als bei einem Verbleib in der Südkurve.
Eintracht Braunschweig steht in seiner Verantwortung als Veranstalter, mögliche Gefahrensituationen im Vorfeld auszuschließen.
Daher musste der Wunsch der UB01, aufgrund der aktuellen räumlichen und baulichen Situation, in Absprache mit den Sicherheitsorganen und dem Fanprojekt abschlägig beschieden werden. Jahrelang bewährte Sicherheits- und Veranstaltungsrichtlinien sollen beibehalten werden.
Eintracht Braunschweig plant selbstverständlich nicht, die Nordkurve generell für die eigenen Fans zu schließen, da es seit vielen Jahren in den Blöcken 15 und 16 nicht zu Zwischenfällen gekommen ist.

Die o. g. Entscheidung wurde der UB01 mitgeteilt.

Ein Gesprächsangebot seitens des Vereins an UB01, in dem nach Alternativen oder anderen Lösungen für die Gruppe gesucht werden sollte, wurde von der Gruppe nicht angenommen.

Beim Spiel gegen RW Erfurt initiierte die Gruppe UB01, als Zeichen Ihres Protestes gegen diese Entscheidung, zunächst eine Sitzblockade vor der Nordkurve (hinter Block 14). Dieser Protest verlief ohne nennbare Zwischenfälle, weswegen es bis zu diesem Zeitpunkt auch zu keinem Eingreifen der Ordnungs- oder Polizeikräfte kam.
Nachdem der Gruppe UB01 kurz nach Beginn des Spiels noch einmal mitgeteilt wurde, dass sie keinen Zugang zur Nordkurve erhalte, organisierte sich die Gruppe neu und zog über die Gegengerade in Richtung Südkurve und Haupttribüne, und versuchte schließlich, mit der gesamten Gruppe in den Block 3 einzudringen. Dieses konnte nur durch den Einsatz des Ordnungsdienstes verhindert werden, der die Flügeltüren des Blockes versperrte.
Daraufhin setzte die Gruppe Ihre Sitzblockade vor Block 3 fort, was zur Folge hatte, dass Ein- und Ausgänge des Blockes versperrt wurden. Der Aufforderung des Ordnungsdienstes und der Polizei diese Blockade zu beenden, kam die UB01 nicht nach. Nachdem die Gruppe anschließend ihre Beleidigungen und extremen Beschimpfungen gegen Eintracht Braunschweig, einen Mitarbeiter der Eintracht und die Polizei fortsetzte und intensivierte, wurde ein kollektives Hausverbot gegen 119 Personen ausgesprochen, welches von der Polizei in Absprache mit dem Ordnungsdienst umgesetzt wurde.

Eintracht Braunschweig wird keine Veränderungen zulassen, die ein Verlassen der jahrelang bewährten Sicherheits- und Veranstaltungsrichtlinien bedeuten und eine neue Situation schaffen, die risikobehaftet und schwer einschätzbar ist.

Unser Ziel ist ein einträchtiges miteinander, sowohl unter den verschiedenen Fangruppen, als auch im gesamten Umfeld des Vereins. Hierbei können Beschimpfungen und Beleidigungen sowie kollektive Verstöße gegen die Stadionordnung weder toleriert noch akzeptiert werden.

Aufgrund der geschilderten Ereignisse konnte am vergangenen Sonntag aus Sicherheitsgründen leider erst verspätet mit dem Verkauf von Eintrittskarten für die Nordkurve begonnen werden, sodass es zu den bekannten Verzögerungen an den Kassen am Stadion kam. Eintracht Braunschweig bedauert dies und möchte sich dafür bei allen betroffenen Zuschauern entschuldigen und bittet hierfür um Verständnis.


Eintracht Braunschweig GmbH & Co. KGaA
Geschäftsführung


BTSV Eintracht v. 1895 e.V.
Präsidium


Quelle: http://www.eintracht.com/news/artikel/9404