[BO] Die Osttribüne bleibt leer

kallebo
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Die Osttribüne bleibt leer


Das DFB-Sportgericht hat auf die Krawalle beim Spiel zwischen Arminia Bielefeld und dem VfL Bochum (2:0) vom vergangenen Samstag reagiert. Nachdem Gästeanhänger einen Ordner schwer verletzt hatten, bleibt die Osttribüne der VfL-Fans im letzten Saison-Heimspiel am 17. Mai gegen Hansa Rostock gesperrt.




Der 34-jährige Ordner hatte bei den Ausschreitungen einen Schädel- und beidseitigen Kieferbruch erlitten, nachdem er versuchte, gegen Feuerwerkskörper zündende Bochumer Fans vorzugehen. Zwei Hooligans brachten ihm die schweren Verletzungen bei, inzwischen ist das Opfer außer Lebensgefahr.

Eine Geldstrafe wurde gegen den VfL nicht ausgesprochen, nachdem sich der Revierklub bereits vorab bereiterklärt hatte, einen Betrag von 30.000 Euro an den Verletzten und dessen Angehörige zu zahlen. Die Arminia muss wegen eines nicht ausreichenden Ordnungsdienstes 20.000 Euro berappen. Beide Urteile sind rechtskräftig.

Für das Spiel gegen Hansa Rostock hat dies zur Folge, dass alle Inhaber von Eintrittskarten für die Osttribüne umgesetzt werden müssen. Daher war bereits im Vorfeld der Urteilsfällung vom DFB-Kontrollausschuss veranlasst worden, den Vorverkauf für die Partie umgehend zu stoppen.

Hansa-Anhänger können nur gegen Vorlage ihres Personalausweises Karten aus dem Rostocker Kontingent erwerben.

Die Bielefelder Polizei hatte wegen der Vorkommnisse am 3. Mai 2008 ein Strafverfahren wegen "Landfriedensbruch", "gefährlicher Körperverletzung" und "Verstoß gegen das Sprengstoffgesetz" eingeleitet.

vom kicker
schwarze mütze
Anklage wegen versuchten Totschlags?

Bielefeld (RPO). Der 21-jährigen Frau, die am vergangenen Wochenende im Rahmen der Fußball-Bundesliga-Partie zwischen Arminia Bielefeld und dem VfL Bochum (2:0) einen Ordner schwer verletzte, droht nun eine Anklage wegen versuchten Totschlags.

Im Mittelpunkt der Ermittlungen der Bielefelder Staatsanwaltschaft steht die Frage, ob die Frau aus dem Bochumer Fanlager dem 34-jährigen Ordner mit Absicht auf den Kopf gesprungen ist.

"Die Tatverdächtige soll von einem Wellenbrecher auf das Opfer gesprungen sein. Unklar ist noch, ob die Frau vorher geschubst wurde", sagte Polizeisprecher Michael Waldhecker der "Bild". Der betroffene Ordner liegt mit einem Schädel- und Kieferbruch weiter auf der Intensivstation, ist aber inzwischen außer Lebensgefahr.

Währenddessen hat der DFB-Kontrollausschuss die beteiligten Vereine Bielefeld und Bochum um schriftliche Stellungnahmen gebeten. Beiden droht eine Strafe.

Während der Bundesligapartie zwischen Bielefeld und Bochum flogen Feuerwerkskörper aus dem Oberrang des Bochum-Fanblocks in den Unterrang. Der Böller explodierte bei den VfL-Ultras, woraufhin Tumulte entstanden. Es wurden auch mehrere Rauchbomben gezündet.

Der nun schwer verletzte Ordner stand als Ansprechpartner im Auswärtsblock und sollte beruhigend auf die Gästefans einwirken. Als andere Mitarbeiter der Sicherheitsfirma nach Beginn der Ausschreitungen zu Hilfe eilten, war der Betroffene schon in das Geschehen involviert.

Die spätere Ansicht der Video-Aufzeichnungen entlarvte die Täter, welche am Bahnhof gestellt wurden. Neben den Tätern sollen aber auch andere Zuschauer für ihr Verhalten bestraft werden: Einige Anhänger sollen tatenlos zugesehen haben, wie der Ordner verprügelt wurde und deshalb wegen unterlassener Hilfestellung angeklagt werden.

http://www.rp-online.de/public/article/s...Totschlags.html
Datsche
Stellungnahme Bielefeld 06.05.2008
Eines der für alle Bochumer schönsten und spannendsten Spiele der Saison wurde durch eine Böller-Explosion und die Verletzung eines Bielefelder Ordners überschattet. Wir ULTRAS BOCHUM bedauern diese Ereignisse und deren folgende Konsequenzen.

Wir möchten hiermit unsere Betroffenheit über den Zustand des Opfers ausdrücken, ihm eine schnelle Genesung wünschen und einiges zur Klärung beitragen.

Der Böller (in den Medien genannter Kanonenschlag) wurde nicht von einem Mitglied unserer Gruppe inmitten des Bochumer Fanblocks entzündet und dadurch billigend die Verletzung von Bochumer Fans in Kauf genommen. Der entzündete Knallkörper wurde anscheinend aus den oberen Reihen des Blocks in Richtung des Spielfelds geworfen und landete dann im unteren Teil des Gästebereiches, wo sich unsere Gruppe aufhielt. Dies wurde uns auch von Außenstehenden und den szenekundigen Beamten nach dem Spiel bestätigt. Durch die Explosion des Böllers wurden fünf Personen unserer Gruppe verletzt und erlitten zum Teil Platzwunden und Verbrennungen. Es sollte jedem klar sein, dass niemand so unvernünftig ist, so etwas in den eigenen Reihen anrichten zu wollen. Der Einsatz des Böllers im Bochumer Fanblock war also auch in den Augen von uns absolut unverantwortlich und ist in einer Menschenmenge nicht zu dulden. Hier muss der Täter mit den drohenden Konsequenzen rechnen, diese akzeptieren und damit leben.

Die Verletzungen des Bielefelder Ordners sind ebenfalls keineswegs gutzuheißen und lösen auch bei uns Betroffenheit aus. Auch wir als Gruppe verurteilen diese Tat. Wobei wir niemandem unterstellen wollen, ihn mutwillig und vorsätzlich verletzt zu haben, hierzu warten auch wir die weiteren Ermittlungen ab. Da einer der Verdächtigen aus unserem Kreis zu stammen scheint, können auch wir uns erst dann weiter äußern, wenn die Auswertung der Videobilder und auch Gespräche unsererseits mehr zulassen. An dieser Stelle möchten wir auch von unserer Seite dem Opfer unsere Genesungswünsche mit auf den Weg geben.

Wir möchten darum bitten, im Vorfeld etwaiger Ermittlungsergebnisse oder Verurteilungen von Schuldzuweisungen gegenüber unserer Gruppe oder Einzelpersonen abzusehen, dies geschieht bereits zu Genüge durch übereilte, ungenau recherchierte und reißerische Berichterstattung einiger Medien.

Es bleibt zu sagen, dass trotz unbestrittenen Fehlverhaltens einiger Fans an diesem Tage auch das Vorgehen der Polizei, insbesondere auf dem Rückweg zum Bielefelder HBF und am HBF selbst, alles andere als deeskalierend und zielführend war. Völlig unabhängig von den Geschehnissen im Stadion wurde gegen viele Fans, darunter Jugendliche und Frauen, wegen jeder Kleinigkeit mit unnötiger Härte vorgegangen. Eine genauere Berichterstattung wird noch folgen. Wer selbst betroffen war, oder mit Foto-/Videomaterial oder Zeugenaussagen helfen möchte, kann sich gerne melden.

Wir ULTRAS BOCHUM sind uns über die große Verantwortung gegenüber der Ostkurve Bochum im Klaren und werden in Zukunft versuchen so auf die Kurve einzuwirken, dass solche Szenen nicht wieder vorkommen.

Bochum, 05. Mai 2008, ULTRAS BOCHUM 1999

Quelle: http://www.ub99.org/